Skip to main content

Full text of "Das Melde Spirituosen-Fachbüchlein"

See other formats



Korn und Edeliiköre 

200 jährige Erfahrung 

> 

auf dem Gebiet der Destillation und Brennerei 

garantieren 

die gleicbbletbende Güte der Melde^Erzeugnigse 



mio« 

Spirituosen-Fachbüchleiii 

für die Freunde unserer Erzeugnisse 


Herausgeber: KONSUM, 

Kornbrand- und Likörfabrik Cottbus 

Text-Bearbeitung: Chefdestillateur Max Hoffmann 
Gestaltung: Verkaufsleiter Gerhard Gründer 



EINLEITUNG 


^fachdem nun das Ministerium für LehensmitteUIndusirie 
die neuen BegTißsbestimmungen für Spirituosen veröffent¬ 
licht haty übergeben ivir folg ende Warenkunde für Spirituosen 
zum Selbststudium den Freunden unserer Fabrikate. 


Das kleine Fachbüchlein soll hauptsächlith unseren jungen 
Mitarbeitern, den Lehrlingen in den Verkaufsstellen und 
Geschäften, in denen Spirituosen verkauft u:erden, gewidmet 
sein. Sie sollen aus diesen Aufzeichnungen mit den Grund¬ 
bedingungen über die Zusammensetzung der vielerlei Sorten 
von Spirituosen vertraut gemacht werden. Sie sind es ja, die 
sich durch Erreidien der fachlichen sowie beruflichen Kennt¬ 
nisse zum zukünftigen Ein- und Verkäufer qualifizieren 
werden, denn man erwartet von unseren Kollegen des 
Handels, daß eine gute Sachkenntnis vorhanden ist, und der 
Kunde die Sortenwahl so erhält, daß seine Freizeit beim 
Genuß eines vorzüglichen Tropfens zu einem Erlebnis ge¬ 
staltet wird. 

Aber auch unseren älteren Berufskolleginnen und -kollegen 
sowie Einkäufern soll dieses Fachhüchlein zur Auffrischung 
und Erweiterung ihrer guten Fachkenntnisse und Handels¬ 
erfahrungen dienen. 


Cottbus, September 1955 


Der Verfasser 


5 



G)diion im frühen Allcrtum waren geistige Getränke bekannt. 
Es bereiteten die Germanen. Ägypter sowie Gallier ein hier- 
ähiiliclies Getränk — Met genannt. In den weiubautreibendcii 
Ländern um das Mittelmeer. Italien. Griechenland und im 
Orient wurde aus den Weintrauben durch Pressen und 
gärung der ^ ein bereitet. 

Die Entsteh\uigsge5(hi<hte des Alkohols kann heute nacli 
niandiem Widerstreit der Auffassungen * - wenigstens für die 
eiiropäisdieu Kulturländer - als einigermalien geklärt ange¬ 
sehen werden. Es steht dank der wissenscliaftlidien Forsduing 
der vergangenen Jahrhunderte wohl einwandfrei fest, dali 
die naturwissenschaftlidien Gelehrten des Altertums Aristo¬ 
teles, Hippokrates. Plinius u. a. zwar die Gegenwart eines 
hrcnnbareii Stoffes im ^ein erkannt hatten, daß sie es aher 
nidit verstanden, diesen von den wässerigen Bestandteilen 
durdi Erhitzen abzuscheiden und zu konzentrieren. Marcus 
Graerus soll sein ..Feuerwasser'* aus altem roten Wein durdi 
Destillation auf gläsernen Retorten über Salz und Sdiwefol 
im Sandbad und Kondensation gewonnen haben. Es handelt 
sich hierbei um Destilliergeräte. die angeblich schon im 
4. Jahrhundert von den Alchimisten näher hesdirielien 
wurden. 

Erst viel später, ca. um 800, destillierten Benediklinermöiuhc 
auf Retorten, weldic aus Lehm waren, den vergorenen ^ ein 
durdi wiederholte Destillatiou ab. versetzten das DestÜlal 
mit heilbringenden Kräutern und verabreichten es als Arznei. 
So kommt von Lippmann bei seinen tiefgründigen Forfdiun- 
gen zu dem SdiluB. daß die Erfindung des Alkohols bzw*. die 
erste Darstellung des Weingeistes mit Sicherheit erst in die 
Zeit zwisdien lO.iO—ll.iO fallen dürfte. In Dunkel gehüllt 
bleibt vorläufig der Zeitpunkt der ersten Branntweinherstel¬ 
lung der orientalisdien Völker. — Li-dii-tschin schreibt in 
seiner aus dem 16. Jahrhundert stammenden Schrift, daß die 
Chinesen die Destillation des „araki^^ aus Reiswein und 



Stutenmildi erst z. Z. der mongolisdien Dynastie 1260—1367 
lernten. Anfang bis Mitte des 16. Jahrlninderts stand der 
Branntwein im Dienste der Heilkunde. Viele Rezepte in den 
versdxiedensten Variationen, hergestellt aus gebranntem Wein 
und Heilkräutern, über Goldblättchen destilliert, sollten eine 
geradezu wunderbare irkiing zur Heilung aller Gebredicii 
des Körpers haben. Der flüditige Geist „Spiritus" wurde aber 
auch aus Honig, Äpfeln, Birnen, Quitten. Kirschen n. dgl. 
unter Salzzusatz gewonnen, und zwar nadi wodienlangem 
Digerieren der gefüllten Gefäße in heißem Pferdemist oder 
garenden Weintrestern und daran anschließender Destillation 
und Rektifikation. Vom 16. Jahrhundert ab ist auclt die Her¬ 
stellung von Likören bekannt. Durdi die Verbesserung der 
Destillierapparate wiirde die Branntweinherstellung in 
größeren .Mengen vorgenommen, und man ging zur Ver¬ 
arbeitung anderer zutker- und stärkemehlhaltiger Rohstoffe 
über. 

In diese Zeit — um 1300 — fällt auch die Gründung des 
Kornbrennereigewerbes in Cottbus. Das erste Buch über 
Brennerei von Obst undWein erschien im Jahre 1483 in Augs¬ 
burg von Dr. Sd\ritk und 1682 über Kartoffel- und Getreide¬ 
brennerei von Dr. Becker. Frankfurt/Main. Im Jahre 1750 
entstand die erste große Kartoffelbrennerei von David Mol- 
linger in Möuehsheim (Pfalz). 

Durch die Einführung verbesserter Kolonnenapparate von 
Pistorius, durch welche in einem Arbeitsgang Prozente von 
90 — 95 erreicht wurden, wurden die Kleinhrenner’eien un¬ 
rentabel und gingen in landwirtschaftliche Brennereien auf. 

Im Jahre 1680 wurde in Preußen erstmalig Branntwein ver¬ 
steuert. und im Jahre 1887 wurde das Gesetz auf ganz 
Deutsdiland erw’citert. 1918 wurde das erste Branntweiu- 
monopolgesctz verabschiedet und trat am 1. 10. 1919 in Kraft, 
mußte aber im Jahre 1922 wieder abgeändert werden. 


Die Entstehung des Alkohols 

der ganzen Welt wird der Spiritus (AlkohoL Weingeist 
oder Branntwein) vornehmlidi durdi Garung gewonnen. 
Unter einer soldien alkoholisdien Gärung yersteht man den 
Zerfall vergärbaren gelöster Zuckerarten in Alkohol und 
Kohlensäure. Hervoi^erufen wird dieser Vorgang durch Hefe, 
eine mikroskopisch kleine, einzellige Pflanze, die zu den 
Pilzen gehört. Während die Kohlensäure als Gas eotweidit. 
bleibt der gebildete Alkohol in dieser gelöst und wird daraus 
nach beendeter Gärung durch Destillation ..Brennen^* ge* 
Wonnen. Der vom Alkohol befreite, entgeistete Dcstillations- 
rückstand wird als Schlempe bezeichnet. 

Zur Spiritusgewinnung können alle Stoffe dienen, die fertig 
gebildeten gärungsfähigen Zucker oder Stoffe enthalten, die 
durdi besondere Vorbehandlung in vergärbaren Zucker über¬ 
geführt werden können. 

AU zuckerhaltige Stoffe kommcu in Bctradit: 

Zu<kor selbst, wie er in Deutschland aus Rüben und in 
tropisdien Ländern aus Zuckerrohr gewonnen wird. 

Melasse, Das ist der Restsirup der Zuckerfabrikation, aus 
dem auf einfachen Wege Zucker nicht mehr gewonnen werden 
kann. 

Obst, Zudeerreiche Becrenfrüchte, Enzianwurzcln. 

Rühen aller Art, wie Zuckerrüben, Futterrüben. 

Molke^ der Rückstand bei der Quarkbereitung. 

Zahlreiche andere, besonders im Auslande für die Herstellung 
von Incliistriesprxt verwendeten zuckerhaltigen Früchte und 
Pflanzenteilc wie: Korinthen (Griechenland), Rosinen und 
Feigen (Türkei), Johannisbrot (Portugal, Italien), Mohwa- 
bluten (Indien), Bananen, Datteln. Palmensäfte u. a. 

Die stärkemehlhahigen Rohstoße bilden die Hauptrohstoffe 
für die Erzeugung von Spiritus in großen Mengen. 
Verarbeitet werden hauptsächlich: 


8 



Kartoßeln,, aas denen in Deutsdiland bis zum Jahre 1945 die 
Hanptnxenge des hier hergestellten Spiritus gewonnen wurde; 

Getreidp.arten^ Ton denen in Dentsdiland Tor allem Boggen^ 
seltener Weizen, Gerste, Hafer n, a. Terwendet werden. 

Von den im Ausland widitigen stärkehaltigen Brennerei* 
stoffen werden außer Reis audi Mais« und Hirsearten zeit« 
weise in Deutschland verarbeitet. 

Ferner zellulosehaltige Stoffe« wie Holz und Holzabfälle, in 
denen die Zellulose durch Behandlung mit Säure in Zucker 
iibergefiihrl wird. Hierher gehören auch die hei der Sulfit* 
zcllstoffabrikation' anfallende Ablaugen« die sogenannten 
Siilfitlaugen, die ebenfalls zur Spriterzeugung benutzt werden, 
und zwar für technische Zwecke. 

Inulin und Sidienin enthaltene Knollen und Wurzeln kommen 
für die Spirituserzeugung in weitaus geringerem Umfange in 
ßetratht als die stärkemehlhaltigen Rohstoffe; erwähnt seien 
die inulinhaltifcn Topinamhurknollen und Cichorienwurzcln 
sowie das Sichenin enthaltene Isländisch Moos. 

Auch ans den Erzeugnissen und Rückständen anderer Gä« 
rungsgewerhe, z. B. Wein, Bierabfälleu u. a. kann durch ein* 
fache Destillation Alkohol gewonnen werden. 

Aus Kartoffeln und Melasse gewinnen wir einen neutralen 
Sprit, der zur Herstellung von Trinkhrannlwein und Likören 
dient. Jedoch wird dieser Sprit auch für medizinische Zwecke, 
in der Parfüm« und Essigindustrie verwendet. 

Wir unterscheiden 

Bohsprit 

Primasprit 

fein filtrierten Sprit 

extrafein filtrierten Sprit. 


9 



Der Rohsprit H'ird auf Rektlflzierapparaten« die sehr kom¬ 
pliziert sind, einer nodimaligen Destillation unterzogen uud 
der Vor- und Nadilauf von dem guten Mittellauf getrennt. 
Dieses Produkt ist der Primasprit, ^^’enn dieser Primasprit 
herabgesetztiiberLindenholzkohlefilter läuft und ansdilleßend 
iiorhmais rektifiziert wird, so erhält man den feinfiltricrten 
Sp rit. 

Diese Spritsorten dienen zur Herstellung von Trinkbrannt¬ 
weinen und Likören. 

Als Richtlinien und gesetzlidie Bestimmungen gelten für ihre 
Herstellung ..die Begriffshestimmungen für Spirituosen'* in 
der DDR, 


10 



Erteilung des Prüfzeichens für Spirituosen 


^ür inländische Spirituosen entfällt die Bezcidiiuin^ 
,,Deutsches Erzeugnis*'. Dieses gilt nidit für ..Deutsdier 
Weiiibraud*’ und ..Deutscher ^Vinbraiid-Versdinitt**. Für 
diese Erzeugnisse gelten die Bestimmungen des eingesetzes 
vom 25. Juli 1930 und deren Ausführungsbestimmiingcri vom 
16. Juli 1932. Deutsches Erzeugnis** wird ersetzt durch das 
Prüf- oder Cütezeidien des Deutschen Amtes für Malerial- 
und ^Varenprüfllng; ohne dieses ilürfen im Iiilunjl keine 
Spirituosen in den Verkehr gebradit werden. 

Für die Kennzeichnung der Güte vun .Spirituosen dient das 
Prüfzeithen. Es besteht in einem Dreiech mit abgerundeten 
Kdeeu. Bei Klassifizierungen (in Vorbereitung) der Erzeug¬ 
nisse erhält das Dreierk im Innern die Zahl 2. 1 oder den 
Budistahen S. Diese bedeuten Klasse 2. Klasse 1 oder Soiider- 
klasse. Es ist also falsch zu sagen, die* S|>irituose liabe das 
rrütezcichen erhalten. Sie kann nur mit einem Prüfzeichcui 
versehen sein. Bei der Klassifizierung w*erden andi die hÖHist> 
möglichen Punktzahlen gefordert werden müssen. 

Dcinnadi ergeben sicli für dit^ einzelnen Güteklassen folgende 
Werte: 

Klasse 2 13— 16 Wertmale 

Klasse 1 17- 18 W'ertmale 

Klasse S (Sonderklasse) 19— 20 W’erlraalc 


i gut 


Bcurteilungsgrundsätze für Spirituosen 

Aussehen: 

Beurteilungsgrundsätze: 
klar, blitzidank. sauber. Farbe der 
Bezeidinimg entsprcdiend 
blank, sauber und Farbe der Be- 
zeidinung entsprechend, leichter 
Bodensatz (bei Fruditsaft) 


Wertmale: 
sehr gut 


11 



3 ausreidiend 


leichter, bei ungesüßtem Bittern, 
Trübschleier, noch au&reidiend, 
eine Kleinigkeit 2 u kräftig, zu 
schwadi 

nicht ganz blank, Farbfehler 
unter- bzw. überfärbt 

2 abfallend schwach getrübt, Farbe abweichend 

starker Bodensatz 

1 sehr schlecht stark unsauber, unnatürlich 

Geruch: 

Beurteilungsgrundsätze: 

arteigen, charakteristisch, voll* 
aromatisch 

arteigen, Aroma noch deutliHi 
erkennbar 

schwach arteigen,, schwach aro* 
matisdi 

spritig, ausdruckslos, überaro¬ 
matisiert, zu säuerlich bei Frucht- 
geschmadc 

fremdartig, parfümartig, 
esterartig 

dumpfig, muffig, nacii S 02, un¬ 
angenehm, starker Fremdgerucii. 
Gummischlauchgeschmack. 

Gesdimack: 

Wertmale: Beurteilungsgrundsätze: 

arteigen, abgerundet, vollblamig, 
vollfruchtartiges Aroma 


Wertmale: 

5 sehr gut 

4 gut 

3 ausreichend 
2 abfallend 

1 schlecht 
0 sehr schlecht 


10 sehr gut 



9 gut 

8 befriedigend 
7 ausreidiend 

6 abfallend 
4— 5 stark abfallend 

2— 3 scbledit 

0— 1 sehr scblecbt 


arteigen, blumig, nodi abgerundet, 
nocb vollfrudiHg 

nidit ganz abgerundet, aber uodi 
arteigen, frnditig 

nodi arteigen, aber etwas ver¬ 
deckt, Aroma etwas sebwaeb, 
aber nodi erkennbar, etwas ein¬ 
seitig 

Aroma etwas zu sdiwadi, einseitig, 
nidxt abgerundet, ausdrudclos 

leidit bitter, leicht sauer, etwas 
unrein, künstlidi, bonbonartig, 
schwacher Fremdgeschmadc 

sdiarf bitter, nach Terpen, unrein 
fuselig, stärkerer Fremdgcschmack, 
artfremd 

mufBg, laugtg, seifig, widerlich, 
ungenieBbar. 


Um die Anerkennung als Qualitätsware zu erhalten, müssen 
insgesamt mindestens 13 Wertmale erreicht werden, von 
denen 

für Aussehen 3 Wertmale =: ausreichend 

für Geruch 3 Wertmale ausreichend 

für Geschmadc 7 Wertmale = ausreichend 

erlangt sein müssen. 

Erreicht das Erzeugnis diese Punktzahl nicht, wird es vom 
DAMW abgelehnt und der Hersteller wird benachrichtigt, 
um den Fehler zu beheben und neue Proben durch den Rat 
des Kreises entnebmen zu lassen und diese deni DAMW 
wiederum zur Prüfung einzusendem 

Die Arbeit der Gutachterausschüsse beim DAMW ist eine 
Gemeinschaftsarbeit von Spezialfachleuten und dem Vor¬ 
sitzenden des Ausschusses. Nur durch deren Zusammenarbeit 


13 



und durd) das Austauschen und Bespredien ihrer Fach 
erfahniiigen ist die Gewähr dafür gegeben, daß die Produk¬ 
tion den* angestrebten hohen Qualitätsstand erreicht. 

Außer der Sinnenprüfung muß audi die chemische Zusam¬ 
mensetzung berücksichtigt werden. Das ist notwendig, um 
minderwertige oder verfälschte Rohstoffe festzuhalten oder 
eine zu beanstandende mengenmäßige Beschaffenheit festzn- 
stellen. Die chemische Analyse hat w*eiterhin den Beweis zu 
erbringen, daß die gesetzlichen Vorschriften gewahrt sind 
und dem Verbraucher bei Verwendung des Genußmittels 
kein Nachteil entsteht. 


i4 


SPIRITUOSEXARTEN 


oSei einer Spezifizierung werden die Spirituosen allgemein 
hl vier Hauptgruppen eingeteilt: 


1. Eiufadic, aromatisierte und bittere Triukbranntweiiic 

2. Liköre und Punsdiextrakte 

3. Iiilandisdie und ausländisdie Edelbräude 

4. Nacli besonderem Verfahren bergestellte Spirituosen 

1. Einfache, aromatisierte und bittere Trinkbrannt¬ 
weine 

la) Einfavhv Trinkbratinliveine sind Sjirit-V’asser- 
geiaiscbe mit Bezeidinungeu wie: 

Klarer, Vl eißer, Harter, ^ odka 
Der Alkoholgehalt beträgt 32 — 40 bei Wodka 
40 %, Adlershofer Wodka wird nadi besonderem 
Verfahren mit 4.1 % hergeslcllt. 

Hl) Aromatiairrie Trinkhranntweine sind chenfalls 
Sprit*Wa$8ergemisdie mit den versdiiedenen Ge« 
sdunaekszusätzeu wie Konzentrate, Bonifikateure, 
Kornbrand, Lutter, Obstbräude oder Destillate ge¬ 
wisser Vegetabilien. 

Der Alkoholgehalt beträgt 32—40 %. 

Sie werden unter folgenden Bezeldinungen in den 
^ erkehr gebradit: 

Cottlmser, Nordhäusen Riditenbcrger, Olhernliauer, 
A(iiiavii, Anis, Fcndiel, Ingwer, KümmeL Pfefler- 
mlnz, aeholder; ferner Rostocker Doppelkümmel, 
der einen Alkoholgehalt von 38 oder 40 % haben 
muß. 

Ic) Bittere Trinkbranntiveine oder Bittere: 

Dies sind Sprit-W assergemisdie unter Verwendung 
von bitteren und aiomatischeu Pflanzen- oder 


15 



Fruditauszügen bzw* dereo Destillaten und Zusätzen 
von Frucbtsäften, ätherisdien ölen und Essenzen. 
Der Alkoholgehalt liegt zwischen 32 und 40 
Sie sind bekannt unter Bezeichnungen wie: Bitter, 
Cewürzbitter, KlosterbitteXy Kräuterbitter, Gebirgs* 
bitter, Magenbitter, Pirnaer Bitter. Ausnahmen in 
bezug aaf den Alkoholgehalt machen Aromatique 
mit 40 Bittere Tropfen 45 Angostura 40 bis 
48 % und Boonekamp mit 43—48 %• 

Aroinatique wird unter Verwendung eines Drogenansatz* 
gemisebes yon mehreren bis 20 Sorten hergestellt. So werden 
dazu verarbeitet: Nelken, Kubeben, Enzianwurzel, Cassia* 
bluten, Curacaoschalen, Piment, Ängelikawurzel, Pfeffer¬ 
minzkraut, Winterrinde, Johannisbrot u. a. 

Der Zuckergehalt beträgt bis 150 g in 1 Liter. 

Bei Bitteren Tropfen finden folgende Drogen Verwen* 
düng: Unreife Pomeränzefaen, Quassiaholz, Winterrinde, 
Enziauwurzel, Kardohenediktenkraut, Nelken, Kalmuswurzel. 
Sie werden ohne Zuckerzusatz hergestellt. 

Alkoholgehalt: 45 %. 

Angosturabitter wurde erstmalig von dem Arzt 
Dr. Siegert in der Stadt Augostura am Orüiiko im Jahre 
1842 erfunden. Die hierzu verarbeitete Drogenmisdbiung 
besteht aus Angosturarinde, Sandelholz, Chinarinde, Cal- 
gantwurzel, Kardamom, Nelken u, a. 

Der Alkoholgehalt beträgt 45—48 %• Zucker findet keine 
Verwendung. Zur Abrundung werden Honig und Weine 
verarbeitet. 

Boonekamp ist wohl der bekannteste der Magenbitter, 
die hei Magenverstimmungen und Verdauungsstörungen an¬ 
gewendet werden. Zur Verarbeltong gelangen Drogenauszüge 
folgender Sorten: 


16 




s9^L 



L9 Jk ^ m^ 


Ib.; 


Unser Betriebslabor 







l_ c 












j^HBj 


Destillationsanloßen der Grundstoffhersiellung 











m f ^•♦, 

Jfl 


i^H 

1 

I^A V^ 






ii ' 'H 

] 

■yiM 

> /iRfi 

\M «♦ /J 

1*^/1 

r^ J 1 
















Teilansicht des Spirituosen •Herstellungsraumes 














Johannisbrot, Süßholz, Anis, Fenchel, Steroanis, Lärchen- 
s<hwamiQ, Theriak. Ferner werden auch Gewürze wie: Nel¬ 
ken, Zimt, Safran, Kalmus zur Aromaverstärkung mitver* 
arbeitet. Bitterdrogen wie: Aloe, Bitterklee, Wermut geben 
den starken Bittergeschmadc. Um am Glase einen opalisieren« 
den Ansatz hervorzurufen, wird Guajakharz oder Guajakholz 
mitverarbeitet. Boonekamp wurde zuerst von der Firma. 
Kamp, Antwerpen 1815, unter dem Namen „Magenbitter** 
als bittere Magentropfen mit einem ron den deutschen Er¬ 
zeugnissen abweichenden Charakter hergestellt. 



l Melde^Fachbuch 



LIKÖRE UND PUNSCHEXTRAKTE 


Spirituosen dieser Hauptgfuppe sind im dllgemeiDen 
Erzeugnisse aus Prima- oder feinfiltrierteni Sprit bzw. Edel- 
bräudeu und Wasser mit Zusatz von Zudccr oder Zucker mit 
Stärkesirup. Fruditsaften. Drogen- oder Fruditauszügen bzw. 
Destillaten, ätherisdieu ölen, Essenzen, Fruchtätbern und 
Fruditesterii. 

Der Extraktgebalt muß in 100 ccm Flüssigkeit mindestens 
22 g betragen. 

-Der Mindestalkoholgebalt ist für Liköre auf 30 Volumen¬ 
prozente festgesetzt. Der Hödistgebalt beträgt für Fruclit- 
saft- und Fruchtaromaliköre 35 Vol.%, für Bitter-, Kräutcr- 
und Gewürzliköre 40 Vol.%. Ausnahmen bilden nur soldie 
Erzeugnisse, für die in der Nomenklatur besondere Alkohol- 
Stärken festgesetzt sind. 


Diese umfangreidie Haiiptgruppc von Likören und Puusdi- 
extrakten kann in 10 Untergruppen gegliedert werden: 


Bitterliköre 
Kräuterliköre 
Destillatliköre 
Fruditsaftliköre 
F rudi t a rom a 11k ö re 


Weinhaltige Liköre 
Gewürzliköre 
Einulsionsliköre 
Sonstige Liköre 
Puusdiextrakte 


Biiterlihöre müssen — als Untersdiied zu den Bitteren 
— wie schon erwähnt, einen Mindestextraktgehalt von 22 g 
in 100 ccm -- 220 g im Liter haben. Durch die Zugabe von 
Zndeer und Stärkesirup werden diese Spirituosen meist als 
..halbbitter“ oder ..halbsüß*" gekennzeichnet. 


Vertreter dieser Gruppe sind u. a.: 

Alpenkräuterlikör, Angelikalikör, Bayrischer Kräuterlikör, 
Deutscher Kräuterlikör, Enzianlikör. Halb und Halb, Ober¬ 
lausitzer Bitterlikör, Reiterlikör, Stonsdorfer Bilterlikdr. 


18 



Diese Liköre sind, wie schon erwähat, Mischungen von Sprit* 
Wasser unter Verwendung von Zucher und Stärkesirup sowie 
Auszügen und Destillaten von aromatisdien Drogen wie: 
Unreifen Pomeränzchen, süßen und bitteren Pomeranzen- 
iind Zitronensdialen« Curacaosdialen« Angeiikawurzek Ange- 
likasamen, Ingwerwurzel, Enzianwurzel. Johannisbrot. Alant- 
und Rhabarberwurzel- Pfefferminzkraut u. a. 

Idi mödite hier nur einige der bekannteren Sorten heraus¬ 
greifen, z. B. Stonsdorfer: der Alkoholgehalt beträgt 30 
bis 35 Vol.%, Mindestextraktgehall 220 g im Liter. 

Stonsdorfer war früher eine Herkunftsbezeidinung, durfte 
also nur in Stonsdorf hergestellt werden, ist jedoch dann 
Gattungsbezeichuung für alle nach der Art der ehemals in 
Stonsdorf hergestellteii Kräuterliköre geworden. Er wird 
unter Verwendung nachfolgender Drogen hergestellt: KaJ- 
niuswurzel, Ingwerwurzel. Petersilienwurzel. Schlangen* 
Wurzel, Galgautwurzel, Chinesisdier Zimt, Anissamen, 
Pfefferminzkraut, Piment, Zimtblüte, Kubeben, Vadiolder* 
beeren. Pomeranzensdialen u. a. 

Halb und Halb ist einer der bekanntesten und beÜeb- 
testen Kräuterliköre. Er ist aus dem Holländischen kommend 
als H:^f on Half bekannt. Wie sdion der Name bezeichnet, 
ißt er halbsüß — halbbitter. Es ist ein feiner Pomeranzen* 
geschmadc zu verspüren und klingt in feinbitteren Gesdimadc 
aus, 'was auf V erwendung von Curacaoschalen, Ingwer, 
Enzian, Kardobenediktenkraut zurückzufübren ist. Zur Ab* 
rundung dienen in kleinen Mengen Kardamom und Zimt. 
Der Alkoholgehalt beträgt 35—40 Vol.%. 

Der Zudeergehatt 250—300 g je Liter. 

AlpenkräutGrlikör ist ein Likör, welcher in früheren 
Jahren sehr beliebt w'ar und dem Abteilikör sehr ähnelt. 
Der Alkoholgehalt beträgt 35—40 Vol.%. 

Der Extraktgehalt beträgt 250 g im Liter. 

« 


2 * 


19 



Zur Verwendung kommen Auszüge und Destillate von nadi’ 
folgenden Drogen und Gewürzen: 

Kalmuswurzel, Enzianwurzel, lugwerwurzel, Kamillen, 
PomeranzenfrUdite, Ivakraut, Rosmarinkraut, Lavendel¬ 
blüte, Macisblüte, '%'ermutkraut, Pomeranzeusdialen, bittere, 
Galgantwurzel, Majoran u. a. 

Reiterlikör ist wohl zur Zeit der am meisten im Verkehr 
verlangte rassige, feurige Herreulikör« 

Der Alkoholgehalt beträgt 40—45 Vol.%. 

Der Extraktgehalt bewegt sidi zwischen 250 und 300 g je 
Raumliter. 

Zur Verwendung kommen Auszüge und Destillate von fol¬ 
genden Drogen und Gewürzen: Sandelholz, Galgantwurzel, 
Ängelikawurzel, Alantwurzel, Rhabarberwurzcl, Curacao- 
schaleii, Pomeranzcnsdialen, Nelken, Ingwer, Fenchel, Kar¬ 
damom, Goriauder, Muskatnüsse. 

Krüuter/fköre werden durch Mazeration und ausihließen- 
der Destillation von bestimmten Kräutern hergestellt. Am 
bekanntesten sind hier die verschiedensten Abteiliköre — 
Mönchslikör, Diktiner, Kloster- und Karthäuserliköre. 

Der Alkoholgehalt beträgt 30—40 Vol.%. 

Der Extraktgehalt liegt zwischen 250—380 g je Raumlitcr. 
Als Vorbild des Abteilikörs dient der echte „Bcnediktine^‘^ 
der zuerst in mehreren Likörfabriken der Stadt Fccamp in 
der Normandie, Departement Niederscine, bergestcllt wurde. 

Der Alkoholgehalt beträgt 30 — 40 Vol.%. 

Der Mindestextraktgehalt 220 g. 

Gute Qualitäten haben 38—10 Vol.% Alkohol und 300 bis 
350 g Extrakt. 

Zur Herstellung gelangen Destillate von einer Drogen- 
raisdiung von Galgantwurzel, Ingwer, Kalmus, Kardamom, 
Koriander, Krauseminze, Tonkabohnen, Thymian, Wadholder¬ 
beeren usw. 


20 



Der Karthäuserlikör ist ehenfalls ein Kräuterdestillatlikör, 
ähnlidi dem Abteilikör. Zum Vorbild dient diesem Likör der 
edite« von Karthänsermöndien entwidcelte und audi heute 
noA berühmte ,.ChartreuS€‘*. 

Die KarthäusermonAe hatten urspröngliA ihren Sitz im 
Kl.oster la grande Chartreuse unweit von Grenoble in Frank- 
reidi. Die älteste AufzeiAnung ist vom Jahre 1605; im Jahre 
1757 wurde das Rezept vervollkommnet. NaA Aufhebung des 
Klosters 1901 siedelten die MönAe vorübergehend naA 
Tarragona über. Später ist dann die Herstellung im Ur¬ 
sprungsland wieder aufgenommen worden. 

Der Karthäuser ist gelb und grün im Handel er darf niAt 
unter 33 Vol.% hergestellt werden und sollte niAt weniger 
als 300 g Extrakt enthalten. Der Original ^.Chartreuse“ bat 
etwa 43 Vol.% Alkohol und 380 g im Liter ZuAergehalt. 

Es wird von naAfoIgenden Drogen und Gewürzen ein Mazerat 
und ansAUeßend ein Destillat hergestellt, und zwar: Angelica« 
AlpenbeifuS, Ysopkraut, Anis, Macis. 

Zur Abrundung dienen feinster Bienenhonig und ein Zusatz 
von Wcindestillat. 

Die Dtktiner und Klostcrlikore sind auf ähnliAcn Grund¬ 
lagen aufgebaut. 

Geu^ürz/ikore erhalten ihren Namen naA den in der 
HauptsaAe verwendeten Gewürzen wie Anis, Ingwer, 
Kümmel, Sellerie. Nelken. Vanille« Waldmeister usw. Ein 
GewUrzlIkör darf als Goldwasser bezeiAnet werden, wenn 
er Blattgoldflitler in der FlasAe enthält. 

Der Alkoholgehalt bewegt siA zwisAen 30 und 40 Vol.%. 

Der Extraktgehalt muß mindestens 220 g betragen. 

Die hauptsäAIiAsten Vertreter dieser Gruppe sind: Kümmel¬ 
likör, Getreidekümmel. AliasAkümmeL Pfefferminz, Gold- 
w'asser, Anisette, Vanille-Likör und Ingwer. 

Waldmeister, Nelken- und Sellerielikör sind weniger gefragt. 
lA will hier nur einige Zusammenstellungen geben: 


21 


Gold nasser ist ein Destillatlikör. Zur Herstellung dienen 
die verschiedensten Gewürze und Drogen wie: Kümmel. 
Sclleriesamen, Nelken, Zimt und Zimthlüte. Kardamomen. 
Pomeranzensdialen. ^ adtolderbceren, Koriander. Zitronen¬ 
schalen. 

Er ist einer der ältesten Liköre und verdankt seinen Namen 
dem ihm beigegebenen Blattgold, welches aber keine Ein¬ 
wirkung auf den Geschmack hat. sondern in die Zeit des 
Altertums zurückgreift, in welcher man dem Gold eine heil¬ 
bringende Wirkung zusidiriel). 

Der Alkoholgehalt beträgt 38 — 40 Vol.%. 

Der Mindestextraktgehalt 220 g ira Liter. 

Kürti mein kör wird aus Kümmelölen und Kümmel¬ 
destillaten hergestellt, diese werden ans Küinmelsamen — 
der beste ist der holländische Kümmelsamen — hergestellt. 
Der Alkoholgehalt beträgt 30 —40 Vol.%. 

Der Extraktgehalt 220 g im Liter. 

Getreidekümmel-Likör ist ein liodiwertiger Küm- 
inellikör. und es darf nur Kornsprit und über Kümmelsamen 
gezogenes Kümmeldestillat verarbeitet werden. 

Der Alkoholgehalt beträgt meistens 40 Vol.%. 

Der Extraktgehalt 150—230 g im Liter. 

A 11 a s c h ’ D o p p e 1 k ii m m e l ist ein nacii den Begriffs¬ 
bestimmungen unter reidilldier Verwendung von Kümmel¬ 
destillat hergestellter Kümmellikör. der mindestens 300 g 
Zucker im Liter enthält und einen Alkoholgehalt von 
40 Vol.% besitzt. 

Den Namen verdankt er dem ehemaligen Gut Allasch bei 
Riga, wo er in dieser Art 1823 erstmalig hergestellt und von 
dort aus ülier die ganze Welt verbreitet wurde. 

Pfefferminz- und Anisliköre werden unter Ver- 
Wendung der entsprechenden Öle hergestelll. 

Der Alkoholgehalt beträgt 30—10 Vol.%. 
Mindestextraktgehalt 220 g im Liter. 



Ingwcrlikör wird aus Auszügen von Ingwcrwurzel — die 
beste ist die CoAin-Ingwerwurzel — hergestellt. Zur Ab¬ 
rundung dienen Auszüge von anderen Gcwiirzdrogeu wie 
Coriander, Nelken und Johannisbrot. 

Der Alkoholgehalt beträgt 30—40 Vol.%. 

Der Extraktgehalt sollte bei Ingwerlikör wenigstens 300 g 
im Liter betragen. 

Destillatlikör sind z. B. ,,Curacao weiß“, ^^Curacao 
triple sec“, ^Kakao weiß“. Diese sind aussdiließlidi unter 
Verwendung der betreffenden Destillate hergestellt. 

Über diese Liköre werden wir noA bei den Gruppen der 
Fruditaromaliköre sowie über sonstige Liköre hören. 


\ 





FRÜCHTSAFTLIKÖRE 

Fruditsaftlikören muß der Saft derjenigen Frudit, nadi 
der das Erzeugnis benannt wird, als wesentlidier Bestandteil 
enthalten sein und gesdimadclidi hervortreten. Das Wort 
Fruditsaftlikör muß unter der jeweiligen Fruditangabe auf 
dem Hauptetikett angegeben sein, Fruditsaftliköre mit keiner 
hervorlretenden Fruditsaftnote müssen als Mehrfruchtsaft- 
Hkör gekennzeichnet werden. Zur Herstellung von Frudit¬ 
saftlikören dürfen nachfolgende Früchte verwendet werden: 
Ananas. Blutorangen, Brombeeren, Erdbeeren, Himbeeren, 
Heidelbeeren, Kirschen, Johannisbeeren, Pflaumen und ^'ild- 
Früchte (z. B. Holunderbeeren). Zusätze anderer Fruditsäfte 
und natürlicher Aromastoffe sind erlaubt. Eine Färbung mit 
Farbstoffen jeder Art ist bei Fruditsaftlikören verboten. 
Eine Ausnahme bildet lediglich der Ananasfruchtsaftlikör, 
der mit Zucäcerkulör gefärbt werden darf. Kompositionen von 
Fruchtsäften mit anderen natürlidien Aromastoffen (wie z. B. 
Kirsch-Orange, Kirsch mit Rum) müssen den Bedingungen 
der Fruchtsaftliköre entsprechen und als Fruchtsaftlikör ge¬ 
kennzeichnet sein. 

So haben wir den Kirsch^Likör mit 30 — 35 Vol. % Alkohol 
und mindestens 220 g Extrakt. 

Kirsch mit Rum. Dieses ist ein Kirsch-Likör unter Zusatz 
von Rum. Eine gesetzlich vorgeschriebene Menge Rum ist 
nicht festgelegt, dodi muß der Likör gesdimadclich gut ah- 
gestimmt und das Kirsch- und Rum-Bukett soll ausgeglichen 
sein. Außer Kunstrum kann jede Sorte Rum verwendet 
werden, auch Deutscher Rum.. 

Alkoholgehalt 30—35 VoL%. 

Mindestextraktgehalt 220 g im Liter. 

Edelhirsch. Der Hauptgrundstoff ist Sauerfcirsdimutter- 
saft. Es soll die beste Qualität verarbeitet werden, weldie 
sich durch ein fruchtiges Aroma und dunkle Farbe aus- 
zeichnet. Im Gegensatz zum Cherry Brandy soll hier aus- 


24 



achließlidi der Fruditsaftgesdimack „Edelkirsdi** hervortreten. 
Die Bezeidinung verlangt einen besonders hochwertigen 
Ktrsdilikör. Man verwendet zur Abrundung Kleinigkeiten 
von Weindestillat, Kirscbwasser, Kirsdidestillat und Rum* 
Alkoholgehalt beträgt 35 Vol.%. 

Mindestextraktgehalt 220 g im Liter. 

Cherry Brandy, Er nimmt unter den Frudjtsaftlikören 
eine Sonderstellung ein. Zu seiner Herstellung finden vor 
allem hodiwertiger KirsAsaft und KirsAwasscr Verwendung. 
Der Gehalt an KirsAwasser und KirsAsaft muß dabei so 
groß sein, daß beide Stoffe im GeniA und im GesAmaA 
dcutUA erkennbar sind. 

Alkoholgehalt 30—35 Vol.%. 

Mindestextraktgchalt 220 g im Liter 

ßromheerliköry Kroatzheer'e^ 

Blackh er ry Brandy 

sind Erzeugnisse, wclAc Brombeermuttersaft wertbestim¬ 
mend enthalten. Das Wort ,.Brandy^^ verlangt einen Zusatz 
von Brombeergeist, d. h. ein Teil der Brombeeren wird mit 
Sprit versetzt und in der Destillierblase unter Dampfeinwir» 
kting abgetrieben bzw. destilliert. 

Alkoholgehalt 30—35 Vol.%. 

Mindestextraktgehalt 220 g im Liter. 

£de/-Cas5t$, 35% Alkohol. 350 g Extrakt 
ist ein EdebErzeugnis und gehört der Sonderklasse an, Er 
ist einer der bekanntesten FruAtsaftliköre in FrankreiA und 
ist unter der BezeiAnung Dijon de Jeanne. bekannt und wird 
aus dem Saft der eigenartig aromatisAen sAwarzen Johannis¬ 
beere bereitet. Ein Teil des Sprits wird durA den aus den 
Beeren und deren PreßriiAständen durA Gärung und Destil¬ 
lation mit Sprit bereiteten Cassisgeist ersetzt. Die Farbe des 
Likörs ist eine tiefdunkelweinrote und zeigt einen Wein¬ 
oder WeinbrandAarakter. 



Dieser Likör hat auch iu Deutschland sehr viele Anhänger 
gefunden und wird sich auch weiterhin viele Liebhaber zu¬ 
ziehen, Nur mUBte dem Anbau der schwarzen Johannls])ecre 
mehr Sympathie entgegengehradit werden. Im VolksmuTuI 
spricht man davon, daß die schwarzen iohatinisheeren nach 
Wanzen — oder, wie der Berliner sagt, nach Tapeten- 
fluiidern — riechen. 

Außerdem kann man Frochtsaftliköre herstellen aus Erd- 
i)eeren, Ileidclbeeren. Himbeeren. Holunderbeeren und 
Pflaumen. Diese bringt man unter der Bezeichnung der 
Frndit in den Handel, die den Hauptanteil des Saftes gibt. 

Hagebutten^ Ebereschen^ oosb c er cn sind Wild- 
friiehte tiiul man kann awdi diese zu Fruditsaftlikören ver¬ 
arbeiten und verdient sidi der in der CSR als Speziallikör 
bekannte Jarcebinra (Eberesdie) größter Beliebtheit. Die 
Früditc der wilden Eberesdte sind nicht so gut geeignet und 
verarl)eitet man mehr die Kulturform von Sorbiis vniiiparia. 

Zum Sdilnß der FruditsaftÜköre halien wir nodi 

Anaiiaslikör und Blutorangenlikör. 

Zu der Herstellung von Atianaslilcör muß rc*iier Ananas- 
fruditsafl verarbeitet werden. Außerdem werden alkolm- 
lisdie Auszüge der Preßrüekstäiide und Fruditsdialen bei 
der Herstellung verwendet. Eine Nachfärbung ist mit Zucher. 
kulör gestattet, 

Alkoholgehalt 30—3.5 Vol.%. 

Mindestextraktgehalt 220 g im Liter. 

B l u t or a n g e n I i k ör ist zum Unterschied von Orangen¬ 
oder Goldorangenlikör ein Fruchtsaftlikör aus dem Saft der 
Blntorangc. Eine Mitverwendung anderer Fmditsäfte ist 
gestattet. Färbung aber unzulässig. Außerdem wird von deu 
dünn abgehänderten Schalen ein Mazerat und Destillat her¬ 
gestellt und mit verarbeitet. 

Der Alkoholgehalt beträgt 30—35 VoL%. 

Der Mindestextraktgehalt 250 — 300 g im Liter. 


26 



FRUCHTAROMALIKÖRE 


^\i dieser Gruppe gehören: 

1, Aprikosen-Likör 

2. Äprikot Brandy 


3. Pfirsidi-Likör 

4. Orangeti*Likör 
). Zitronen-Likör 

6. Mandariuen-Likör 

7. Bergamotte-Likör 


8. Pampelmusen-Likör 

9. Marasdiino-Likör 

10. Priinelle 

11. Hagebutten-Likör 

12. Preißelbeer-Likör 

13. Wildfrudit-Likör 


Diese haben einen Alkoholgehalt von 30—35 Vol.%. 
Mindeatcxtraktgehalt von 220 g im Liter. 


Ferner gehören zu dieser Gruppe: 
Pomeranzen-Likör 


Curacao^^Li kör 


D'cse Liköre stellt man ein mit einem Alkoholgehalt von 
35 —40 Vol.% und einem Miiidestextraktgchalt von 220 g 
iin TJter. 

Die Fruchtaromaliköre sind gegeniilier den FruHitsaflliköreu 
keine minderwertigen Erzeugnisse^ sondern es werden aus 
ileii Früchten bzw. Sdialen auf dem \^’ege der Mazeration 
und Destillation die AromastofTe gewonnen. Beliebige 
Färbung mit unschädlichen Farbstoffen ist gestattet. Die be¬ 
kanntesten Sorten sind die der Zitrusfrüchte, und zwar ge¬ 
hören dazu: Zitronen, Orangen oder Apfelsinen, Bergamotte. 
Mandarinen, Pomeranzen, Ciirarao und Pampelmusen. Bei 
diesen Früchten werden nur die ganz dünnen Schalen durch 
Maschinen ahgehändert und durch Mazeration und Destil¬ 
lation zu Grundstoff weiterverarbeitet. 

Der Alhoholgehalt beträgt 30—35 Vol.%. 

Der Mindestcxtraktgehalt 220 g im Liter. 

Ausnahmeu sind, wie schon vorher erwähnt, Pomeranzen* 
und Curacao-Likör. 


27 



Zu der Gruppe der Fniciitaromaliköre gekoren auch die 
Liköre der Steinfrüditc: Pflaumen, Aprikosen, PfirsiAe. 

Als Pflaumenlikor haben wir einen FruAtsaftlikör, welAer 
bereits erwähnt w'urde und jetzt einen Prünelle als Fnidit- 
aromalikör. Vor dem Krieg wurde ein einfaAer Prünelle- 
Likör unter Zusatz von etwas FruAtsäure oder Zitronensaft. 
Bittermandelöl. Vanille. Sprit und ZwetsAgenwasser in den 
Verkehr gcbraAt und war ein in weitesten Kreisen bekanntes 
Kunsterzengnis; es darf naA den neuen Begriffsbestimmun¬ 
gen niAt unter dieser BezeiAiuing in den Verkehr gebraAt 
werden. Sein ursprungliAes Vorbild, der eAte Prünelle, wird 
vor allem in FrankreiA aus dem Saft gewisser, der Aprikose 
oder dem PfirsiA nahestehender Prunussorten bereitet, es 
soll auA der gelbe NektarinenpfirsiA. der jedoA niAt in 
unseren deutsAen Baums Aulen gezogen wird, dazu ver¬ 
arbeitet werden. 

AuA soll daselbst vor allem der rote Saft und Geist der nadi 
dem ersten Frost geernteten SAlche (Prunus spinosa) in 
SüddeutsAland die gelbe oder blaue Pflaume (Zibartc, im 
Volksmund genannt) zur Bereitung von Prünellengeist und 
Prünellenlikör gebrauAt werden. Letztere wäAst an den 
Westabhängen des SAwarzwalJes wild in HeAcn und wird 
im Herbst geerntet. Man kann auA bei uns in DotUsAland 
besonders aromatisAe Pflaumen. Mirabellen und Reine- 
klauden verarbeiten, indem man durA Abpressen der mit 
den Steinen vermablenen FrüAte einen alkoHolisAen Aus¬ 
zug und aus den RüAständen ein Destillat gewinnt. 

Alkoholgehalt 30—35 Vol.%. 

Mindestextrakt 220 g im Liter. 

Zur Herstellung von Aprikosen-Likör und Aprikext-Brandy 
dienen die abgepreßten Säfte sowie der alkoholisAe Auszug 
der PreßrüAstände, ferner Aprikosenbranntwein bzw. 
Äprikosendestillat. Das Aprikosenaroma wird hauptsäAIiA 
durA den alkoboIisAcn Auszug der FruAlrüAstände be- 


28 



dingt. Ferner wird das Aroma dur<di Zusatz von Aprikosen« 
kerndestillat durchgreifender gestaltet. Auch der Zusatz von 
Weindestillat erhöbt das würzige Aroma, ohne daB der feine 
Aprikosengescfamack darunter leidet oder fremdartig ver* 
ändert wird« 

Der Alkoholgehalt beträgt 30—35 VoL%. 

Der Mindestextraktgehalt 220 g im Liter. 

Auch die Herstellung von echtem Pfirstcfalikör oder Peach* 
brandy ist so ungefähr dieselbe wie vorgenannter Äprikot« 
Brandy. Es werden ebenfalls wieder die Früchte mit den 
Steinen mittels Mühle zerkleinert, durdi Abpressen der 
Fruditsaft gewonnen und mittels Alkohol aus den Prelirüdc- 
stäudeu ein Macerat und Destillat gewonuen. Auch tragen 
einige Liter Weindestillat zur Verfeinerung bei. 

Der Alkoholgehalt beträgt ebenfalls 30—35 VuL%. 

Der Extraktgehalt 300—350 g. 

Maraschino-Likör kommt als wasserheller Likör in den 
Handel. Der echte Maraschino de Zara enthält als wesent* 
liehen Anteil Maraskassprit. Als Ausgangsfrucht dient die 
Maraskakirsche, die in einigen Küstengebieten auf Berg¬ 
hängen in der Umgegend von Zara in Dalmatien heimisch ist. 
Die Maraskakirschen werden eingeweicht, vergoren und auf 
einfachen Brenn* oder Destilliergeräteu abgebrannt. Bei dem 
Maischen werden wahrscheinlich \('ci(hsclzweige und Gewürze 
wie Zimt und dergleichen mit verarbeitet. 

Der Alkoholgehalt beträgt 30—35 Vol.%. 

Der Mliidestextraktgebalt 220 g im Liter. 

Ebereschenlikör, Preißelbeerlikör und 
Wildfruchtlikör 

gehören auch mit zu den Fruchtaromalikören. Man findet 
diese Sorten nur vereinzelt im Verkehr und haben zur Zeit 
noch nicht die volle Bedeutung, die man ihnen eigentlich zu- 


29 


messen sollte. Der Likör der EberesAe ist in der CSR unter 
der Bezeichiamg ..Jarcebinca^* bekannt. 

Der Alkoholgehalt beträgt 30—35 Vol.%. 

Der Extraktgehalt beträgt 220 g im Liter, 

Weinhaltige Liköre 

gehören zu den wertvollsten Likören« Besonders ist hervor- 
znheben und sehr bekannt der ,,Cordial Medoc^^. Man hat es 
hier mit einem ausgesprochenen Veinbrandlikör zu tun, der 
uacli allen Rezepturen aus größeren Mengen eines feinen 
Weiudestillates oder alten Weinbrandes meist unter Mit- 
\erwendiiug von Typagesloffen, audi aromatisdien. schweren 
Weinen hergestellt wird. Einer der bekanntesten Vertreter 
dieies Likörs ist das Produkt der Firma C. A. Jourde, 
Bordeaux. Zur Abrundung dienen ganz kleine .Mengen von 
Iris (•^'eJh^^enWurzel). 

Der Alkoholgehalt beträgt 40 Vü1.%. 

Der Extraklgehalt beträgt 250—300 g ini L^ter, 



EMULSIONSLIKÖRE 


sind eihaltige Erzeugnisse mit einem Alkoholgehalt von 
20Vol.%. 

Zur Zeit sind im Verkehr Eierlikör und Kakao mit Ei. 
Eierlikör wird hergestellt unter Verwendung von ff-Sprit, 
Wasser, Zudcer und Eigelb aus frisdien Hühnereiern. Für 
1 Liter Eierlikör benötigt man 240 g Eigelb, dies bedeutet, 
daß 14 bis 16 Eigelb für 1 Liter gebraudit werden. Ein Zusatz 
von 2 bis 3 Litern Eiweiß auf 100 Liter ist bei der Herstellung 
erforderlich, weil dadurdi die Ausscheidung von Eieröl ver¬ 
hindert wird. Die Abschöpfung des wertvollen Eieröles ist 
verboten. Treten bei längerem Stehen der Flaschen an deren 
Böden kleine Treniumgen der Emylsioncn unter Auss<Jieidung 
wasserheller Flüssigkcitssdiiditen ein, so kann man diese 
durdi einfaches Umsdiütleln sehr Icidit wieder beseitigen. 
Eierlikör kann auch auf Vorrat von mindestens 1 Jahr* her- 
gestellt werden, da nadi meinen Erfahrungen während dieser 
Zeit keine <iua]itätsniäßige.n Veränderungen ein treten können. 
Es dürfen nur Eier verwendet werden, die im eigenen Be¬ 
triebe aufgesdilagen sind. Ein einziges schlechtes Ei vermag 
den Geschmack des Likörs vollkommen zu verderben oder 
zumindest so stark zu beeinträditigen, daß Beanstandungen 
erfolgen können. Verboten ist die Verwendujjg von Farb¬ 
stoffen, Verdickungsmitteln, Ersatzstoffen für Eigelb (audi 
Trockcneigelb) oder für Zucker, die Verwendung von Mildi. 
Die Herstellung eines Eierlikörs beläuft sich auf ca. sechs 
Stunden, da durdi ein mehrstündiges intensives Rühren der 
Misdiuiig im Eierlikörmischapparat iu Verbindung mit der 
Erwärmung eine sämige Emulsion erzielt wird. Eierlikör ist 
ein ausgesprochenes Frauengetränk und ist Kranken und 
Rekonvaleszenten zur Stärkung sehr zu empfehlen. 

Der Alkoholgehalt beträgt 20%. 

Zuckergehalt im Liter 300 g. 


31 



ÄU8 Eierlikör lassen sidi audi die beliebten Misdigetränke, 
wie ,,Blutgc5diwür^\ ^^Knidcebem'^ und andere kunstvolle 
Mischungen, zubereiten, 

Kakao mit Ei Ist ebenfalls ein Emulsionslikör und muß 
nadi den gesetzlichen Bestimmungen 180 g Eigelb und 30 g 
Kakao im Liter enthalten. 

Der Alkoholgehalt beträgt 20 Vol./2. 

Mindestcxtraktgehalt 220 g im Liter. 

Nadi den alten Begriffsbestimmungen war die Bezcidmutig 
„5diokoIaden*Cocktair^ nach den neuen Begriffsbestim¬ 
mungen ist dieses nicht mehr möglich. 

Zu der Gruppe «Sonstige Liköre*^ gehören Kakao^f Kaffee- 
und Teeliköref außerdem „HoniglikÖr^^ oder „Bä^cnfa]lg^^ 
ferner Schwedenpunsch. 

„Barenfang*' Ist ein Honiglikör. In seiner edelsten hodiwcr- 
tigen Form besteht er hauptsächlidi aus einem sehr süß 
gehaltenen Gemisch von echtem Bienenhonig und Zudeer«- 
Sirup bei entsprechender, nicht zu niedriger Alkoholeiiistel- 
lung. Eine Aromatisierung mit Gewürzauszügen, die wohl 
einen höheren Uoniggehalt vertauschen sollen und leicht 
einen fremdartigen Charakter geben, ist verboten. 

Am besten ist die Verwendung von Lindenblütcubonig sowie 
vor allem der intensivere Heidchonig, der allerdings zu 
starken Trübungen neigt. Der Likör ist sehr schwer zu fil¬ 
trieren und ist ein längeres Lagern erforderlich. Für 100 Liter 
Likör müssen 30 kg ^onig verarbeitet werden. 

Der Alkoholgehalt beträgt 30 — 33 %. 

Der Mindestextraktgehalt 220 g im Liter. 


32 






Hr' 


( 

t 



























































kakaolikore 


(Juir unterscheiden zwei Sorten von Kakaolikör: Der weiBe 
KakaoUkör von wasserheller Farbe und fein zurüdctreten* 
dem, sdiwadi vanilleahnlichem Kakaoaroma ist ein reines 
Destillaterzeuguis — diese Ware darf nicht gefärbt werden. 
Der braune Kakaolikör dagegen besteht aus einer Mischung 
von Kakaoauszug und Kakaodestillat und unterscheidet sidi 
infolgedessen von dem ersteren durdi einen etwas herberen, 
kräftigeren Kakaogeschmatk. Der Kakaolikör wird unter 
Verwendung von Kakaopulver, Kakaoschalen und Kakao* 
keimen hergestellt. Bei Kakao/weiB und Kakao mit Nuß, 
weldicr noch einen Haselnußzusatz bekommt^ wird aus* 
schlicBIidi ein Kakaode&tillat verarbeitet. 

Bei dem braunen Kakaolikör werden die gleichen Rohstoff* 
mengen verarbeitet, nur wird die Mazeration auf ca. 14 Tage 
ausgedehnt, um besonders kräftig schmeckende Auszüge zu 
erhalten. Zur Abrundung dienen Kirsdiwasscr und Vanille* 
uuszug. 

Der Alkoholgehalt beträgt 25 — 35 Vol.%. 

Der Mindcstcxtraktgehalt 220 g im Liter. 

Kaffeelikör darf nur unter Verwendung von Bohnen¬ 
kaffee hergestellt werden, und zwar müssen in einem Liter 
30 g enthalten sein. Mokkalikör muß in einem Liter 50 g 
Bohnenkaffee enthalten. Der geröstete Kaffee wird entweder 
warm oder kalt mit einer Alkoholwassermischung ausgezogen 
oder im Brühverfahren behandelt. Anschließend werden die 
Rückstände destilliert und das gew'onnene Destillat mit ver* 
arbeitet. 

Der Alkoholgehalt beträgt 25—30 Vol.%. 
Mindestextraktgebalt 220 g. 


3 Melde-Fac^bud} 


33 



Tee- und Kolaliköre Haben nur untergeordnete Bedeutung, 
besitzen eine anregende Wirkung auf das Nenensystem. 

Der Älkobolgebait beträgt 25—30 Vol.%. 

Der Mindestextraktgebalt 220 g im Liter, 
ln die Gruppe der sonstigen Liköre fällt aueb der 
Sdiwedenpunsdi, er nimmt unter den Puos<bgetränken eine 
Ausnahmestellung ein; er wird audi Eispunsdi genannt, da 
man ihn mit Eis gekühlt zu trinken pflegt. Er bildet in 
Schweden und den skandinavisdieii Ländern ein beliebtes 
Nationalgetränk. 

Der Schwedenpunsdi besteht im wesentiidien aus feinstem, 
feinblumigem Original-Arrak, ff. Sprit, Zucker und Wasser. 
Kleine Mengen von Siidvrein und Zitronensaft dienen zur 
Abrundung. 

Der Alkoholgehalt beträgt 25—30 Vol.%. 

Der Mindesextraktgehalt 220 g im Liter. 

Ferner fallen unter diese Gruppe audi die sehr beliebten 
KristalLLikÖre. Fälscblicberweise werden sie im allgemeinen 
Eis-Liköre genannt. Sie sind sehr beliebt, hauptsächlidi in 
der heißen Sommerzeit. Sie haben einen Vorteil, daß sich 
ein hoher Alkoholgehalt mit einem überdurdisdmittlidien 
Zuckergehalt barmoniseb vereint. Die Kristalle werden in 
einer besonderen Herstellungsweise erzielt. Dureb Übersät* 
tigung von Zucker und Alkohol setzen sieb durch Ausschei¬ 
dungen an den Flascbenwandungen Zuckerkristalle an. 

Am beliebtesten sind Kristall-Zitrone, -Orange, -Pampelmuse. 
-Mandarine und -Kümmel. Man könnte die Auswahl der 
Sorten noeb erweitern. Es sind Mischungen von Prima- oder 
ff-Sprit, Wasser, Zucker und naturreinen Grundstoffen. 

Färbung ist erlaubt, soweit es sieb nicht um Frucbtsaftliköre 
handelt. Der Alkoholgehalt bewegt siib zwischen 35 bis 
50 Vol.%, der Zuckergehalt bis 500 g je Liter. 

Kristall-Likpre sind eisgekühlt zu servieren. 


34 



PUNSCHEXTBAKTE 


a) Puüfidi-Extrakte sind Gemische aus Prima-Sprit, Edel- 
branden, Traubenweinen, Frud^twcinen, Fruchtsaften, 
Zucker, Stärkesirup, aromatischen Extraktstoffen, die 
durch Destillation oder im Auszugsverfahren gewonnen 
werden, 

b) Punsch-Extrakte müssen, wenn sie die Bezeidinung Rum- 
Punsch oder Arrak-Punsch tragen, unter Verwendung 
von 5 % Rum oder 10 % Arrak (bezogen auf den 
Gesamtalkoholgehalt) hergestellt werdeu. Die Her¬ 
stellung von künstlichen Punsch-Extrakten ist verboten. 
Die Färbung mit gesetzlich zugelassencn Farbstoffen ist 
erlaubt. Rotfärbung muß jedoch deklariert werden. 

c) Wein-Puu$(h-Extrakte, die als solche gekennzeichnet 
werden, müssen in 100 Raumteüen mindestens 20 Teile 
Wein enthalten, ^ird Ucinpunsch unter Benennung 
einer bestimmten Weinsortc in den Handel gebraciit, so 
muß dieses Erzeugnis auf 100 Kaumteile mindestens 
20 Raumteile des betreffenden Weines euthaltcu. 
Fruchtsaftzusätze sind lediglich als Gesdimackskorrigens 
gestattet. Als weinhaltige Getränke unterliegen sie den 
Bestimmungen des Weingesetzes. 

d) Die aus Punsdiextrakteu bergestelltcn Getränke werden 
nach entsprechender Verdünnung —• ein Teil Extrakt 
und zwei Teile Wasser — als Punsch bezeichnet. 

e) Für die Herstellung von Schwedcnpunsch muß Arrak in 
ausreichender Menge verwendet werden. Die Verwen¬ 
dung von deutschem Arrak ist erlaubt. 


3* 


35 



Ii\LÄNDISCHE UND AUSLÄNDISCHE 

EDELBRÄNDE 

ün diese Gruppe gehören Weinbrand» übersec-Ruin. 
Deutsdier Rum. Übersee-Arrak, Deutsdier Arrak und deren 
Versdinitte. Das sind solche Erzeugnisse, welche außer der 
oben angeführten Originalware noch Alkohol anderer Art 
(Prima-Sprit bzw. ff. Sprit) enthalten. 

Der Mindestanteil für Veinbrand-Versdinitt und Arrak- 
Verschnitt beträgt 10 % und für Rum-Verschnitt 5 % ^om 
Gesamtalkoholgehalt. Der Mindest alkoholgehalt betragt 
38 %. 

Ferner gehören zu dieser Gruppe Korn, Mindestalkoliol- 
gehalt von 32 % bzw. Kornbrand mit einem Miiidesl- 
alkoholgehalt von 38 Topinamburbraad mit einem 
Mindestalkoholgehalt von 38 % sowie die aus Stein-. Kern¬ 
obst und Beeren hergestellten Edelbrände und Geiste, wie 
Kirschbrand oder -wasser. Zwetschgenbrand oder -wasser. 
Aprikosengeist, Brombeergeist, Birnengeist* Eberesdiengeist. 
Heidelbeergeist, Himbeergeist und jobanuisbeergoist (Cassis¬ 
geist), mit einem Mindestalkoholgebalt von 45 %. 

Unter V einbrand versteht man das Produkt, welches unter 
der Bezeichnung Cognac bekannt war. ,.C o g n a ist eine 
Stadt im Departement Charente in Frankreidi. Diese ße- 
zeidmuug ist aber nur für Erzeugnisse aus diesem Dejjarte- 
ment gestattet. Weinbrand wird aus Weindestillai hergestellt, 
welches durch Abbrennen, oder Destillation genannt, von so¬ 
genannten Brennweinen gewonnen wird. 

Diese Brenuweine sind in den Ursprungsländern (Frankreidi, 
Italien, Lxigarii, Bulgarien, Rumänien nud Grieciienland) 
mittels Weinalkohol auf ca. 22 Vol.% erhöhte Traubenweine. 
Außer Weiudcstillat sind Zusätze von Auszügen — soge¬ 
nannte Typagen — gestattet: diese werden durdi Lagerung 
von Weinüestillat auf Limosinbolzspänen. Backpflaumen. 


36 



Mandelsdialen sowie grünen, unreifen 'W’ainüssen hergestellt. 
Ferner ist ein Zusatz tod Zucker (nicht mehr ah 20 g iin 
Liter) sowie Dessertwein 1 % und zur Färbung Zuckerkulör 
(gebrannter Zucker) zugelassen. 

Als Vertreter dieser Produkte sind die Spitzenerzeugnisse 
der Sonderklasse im Handel, und zwar: Weinbrand, Wein¬ 
brand-Edel sowie Weinbrand-Auslesc, welcher als einziger 
42 Vol.% enthält. 

Diese werden hergeslellt aus Weiudestillaten. welche aus den 
Brennweiiien der Volksdemokratien und unter Zusatz von 
Charentedestillat hergestellt werden. Ferner Weinbrand- 
Verschnitt ,>SpeziaP\ ebenfalls ein Erzeugnis der Sonder¬ 
klasse, aber zum Gegensatz von Weinbrand-Verschnitt 
Normal mit 20 % Alkohol aus W cinbrand stammt. Auch bei 
Weinhrand-Versdinitt ist der Mindestalkoholgehalt 38 %, 

Cbersee^Rum ist ein Erzeugnis, welches ans Zuckerrohr 
und ZutkeiTohrmelasse in den zuckerrohranbauenden Ge¬ 
bieten gewonnen wird. Die hauptsächlichsten Gebiete sind 
die westindischen Inseln und die großen und die kleinen 
Antillen (Jamaika. Kuba. MartiDicfue. Barbados) sowie 
Guyana, Brasilien, Madagaskar und Mauritius. 

Der Original-Rum wird mit ca. 7.i Alkohol eingeführt, 
wird aber vorwiegend zu Verschnittzwecken verwendet. In 
Deiitsdilaud wird der Rum-Verschnitt mit dem Juchten¬ 
aromacharakter bevorzugt, da sein Aroma ausgiebiger als 
andere Sorten ist. Er findet als Grog oder Zusatz zu 
sdiwarzem Tee Verwendung. Der Alkoholgehalt beträgt 
38 —% und der Mindest-Original-Rumgehalt ^ %, berechnet 
auf den Gesamtalkoholgehalt. 

Nach der in den tropischen Gebieten angewandten Herstel¬ 
lungsweise wird in Deutschland ein deutscher Rum, welcher 
hauptsächlich unter Verarbeitung von ZiickerrübenmelasBe 
hergestcllt wird, gewonnen. Er ist nidil zu vergleidien oder 


37 



in Verbindung 7U bringen mit einem Kunst-Rum, v/eldier 
auf synthetisdier Basis, unter Verwendung von künstlidien 
Estern und Äthern, aufgebaut ist. 

Arrak wird hauptsäcblicb aus Zuckerrobrmclasse und Reis 
gewonnen. Außerdem wird der Saft der Zuikerpalme, die 
den Palmwein liefert, mit verarbeitet. Erzeugnisland ist 
hauptsädilic^ Batavia auf Java. Des weiteren wird Arrak 
hcrgestellt in Goa und Ceylon, die aber untergeordneter Be- 
Jcutung sind. 

Original-Arrak kommt mit ca. 58 % Alkohol in den Handel. 
Originalware ist innerhalb Deutschlands zu Trinkzweckeii 
keine Handelsware, sondern wird aussdiließlicb zu Arrak* 
Versdinitt, weldicr mit mindestens 10 % von der Original¬ 
ware, gerechnet auf den Alkoholgehalt, hergestellt wird, ver¬ 
arbeitet. Der Alkoholgehalt beträgt 38—45 %. In Deutsdi- 
land waren Bestrebungen im Gange, einen guten deutschen 
Arrak herzustellen, was aber bisher noch nicjit hundert¬ 
prozentig erfolgreidi war. 


33 



KORN UND KORNBRAND 


oi/ie Herstellung von Branntwein aus Getreide — ursprüng¬ 
lich in erster Linie Roggen und Gerste — ist rein deutsdien 
Ursprungs und die älteste Art der deutschen Branntwein- 
gewinnuug. Sie entstand unter Ausnutzung der Erfahrungen 
des älteren Braugewerbes im Anfang des 15« Jahrhunderts 
und hat der damals in Deutschland allein benutzten italieni¬ 
schen Erfindung der Brauntweinerzeugung aus ^Pein erheb- 
lidi Abbrudi getan. 

Mit der Entwicklung des Kartoffelanbaues vor ungefähr 
170 Jahren nahm die Herstellung von Branntwein aus Kar¬ 
toffeln einen größeren Umfang an, hat aber die Erzeugung 
des Kornbranntweines infolge seiner gegenüber dem Kar¬ 
toffelbranntwein geschmacklich wertvolleren Eigensdiaften 
nicht verdrängen können. 

Haupterzeugnisstätten des deutschen Kornbranntweines sind 
Westfalen, die Nordrheinprovinz, Niedersachsen, Schleswig- 
Holstein sowie die Städte Cottbus, Nordhausen und Dresden« 
Nach dem Branntwein-Monopolgesetz ist der Kornbranntwein 
ablieferungsfrei und kann von den Erzeugern selbst ver¬ 
wertet werden. Als „Kornbranntwein^* darf aber nur Brannt¬ 
wein in den Verkehr gebracht werden, der ausschließlich aus 
Roggen, Weizen, Gerste, Buchweizen oder Hafer hergeslellt 
ist« Es darf nur Korn im ganzen oder geschrotenen Zustande 
mit Beinen sämtlichen Bestandteilen verwendet werden. 
Branntwein aus Müllerei-Abfällen, Kornkleie und der¬ 
gleichen gilt nicht als Kornbranntwein und ist daher ablie¬ 
ferungspflichtig. 

Die Begriffsbestimmungen neuerer Fassung besagen: 

Unter der Kennzeichnung .,KornbraDd^^ oder ,,Korn‘‘ bzw. 
anderer Deklarationen in Verbindung mit Korn oder Ge¬ 
treide darf nur ein Erzeugnis in den Handel gebracht werden, 
das ausschließlich ans Roggen, Weizen, Buchweizen, Hafer 
oder Gerste hergestellt ist and nicht im Würzeverfahren 


39 




40 



















gewonnen wurde* Die kennzeichnenden Eigensdiaften eines 
ans Kom gewonnenen Alkohols müssen vorhanden sein. 

Ein Doppelkorn ist ein Kornbrand, der einen Alkoholgehalt 
von 38 VoL% anfweisen muß und durch längeres Lagern in 
Holzfässern mindestens drei Monate gealtert ist. 

Bei der Herstellung von Kornbranntwein ist das vorstehende 
Rcinheitsgebot peinlich zu beachten, das als Qualitätssihutz 
den Verbraucher vor minderwertiger Ware und Fälschungen 
sichern soll. 

Von den aufgeführten einheimischen Cetreidearten werden 
in den Kornbrennereien zur Herstellung des Kornbrannt¬ 
weines in erster Linie Roggen, seltener Weizen und noch 
seltener Gerste (außer der zur Malzbereitnng erforderlidien 
Menge) als Rohstoffe verarbeitet. Bei der Beurteilung der 
volkswirtschaftlichen Bedeutung der Getreideverarbeitung in 
den Brennereien ist zu berüchsichtigeni daß die beim Bren- 
nerciverfahren anfallende Schlempe ein hochwertiges Vieh- 
futter ist, das infolge seines engen Nährstoffverhältnisses von 
verdaulichem Eiweiß- und Stärkewert, also der Nährstoff- 
konzentration. den Füttenmgseffekt hinsiditlidi der Milch-, 
Fleisch- und Fettproduktion günstig beeinflußt. Durch Ver- 
fütterung der Schlempe wird eine wesentliche Erhöhung der 
Milchproduktion und eine bessere Mastviehhaltung erzielt. 
Ebenfalls erwirkt der bei der Sdilcmpefüttcrung reichlicher 
anfallende tierische Dünger eine bessere Fruchtbarkeit und 
führt so zur Erhöhung der Hektarerträge. 

Aus der oben erläuterten Herstellungsweise wird das Korn- 
Feindestillat gewonnen: aus diesem werden hergestellt Ge¬ 
treidekorn 32 Vol.%, Kornbrand 40 Vol.%. Ferner gewinnt 
man. nach besonderem Verfahren hergestellt« Steinhäger 
40 Vol.%, Edel-Aquavit 38—40 Vol.%, Genever 38 bis 
40Vol.%, Gin 38—40 Vol.% und Whisky 43 Vol,%. Ge- 
treidekümmel 38 — 40 Vol.% und Getreide-Kümmellikör 38 
bis 40 Vol.%. 


4t 



NACH BESONDEREM VERFAHREN 
HERGESTELLTE SPIRITUOSEN 


c/n dieser Gruppe sind Korn, 32—35 %, die unter Ver¬ 
wendung von Kornbrand sowie auf Kornbasis beruhende 
Arbeitsweise, wie Steinhäger, Genever, Edel-Aquavia, Gin. 
weldie einen Alkoholgehalt von 38—45 % aufweisen, zu er¬ 
wähnen. 

Ebenfalls fällt unter diese Gruppe der in den Vereinigten 
Staaten gebrannte TiP h i s k y, der hauptsädilidi aus den Roh¬ 
stoffen Mais, Roggen und Darrmalz hergestellt wird. Whisky 
besitzt einen typischen Raucigescimack. 

Unter Anlehnung an dieses Verfahren wird auch in Deutsch¬ 
land ein deutscher Whisky hergestellt. 

Adlershofer Wodka darf nur aus feinfiltriertem Sprit her¬ 
gestellt werden. 

Zu erwähnen wäre noch Enzian als Spirituose, der durch 
Abtrieb von Enzianwurzel-Maische gewonnen wird. 
Untergeordneter Art sind ferner Trester-Branntwein, der aus 
Trestern der verschiedensten Obstsorten, wie Wein, Äpfeln 
und Birnen, hergestellt wird sowie der Hefe-Branntwein, 
der durch Abbrand von Weinhefe-Geläger gewonnen wird. 
Der Mindestalkoholgehalt beträgt 38,%. 


42 



Verordnung zur Ausführung des Weingesetzes 

vom 16. Juli 1932 

(RGBl. I, Nr. 47) 

Artikel 15 (zu § 16). 

Bet der Herstellung von Wcinbrand dürfen nur folgende 

Stoffe verwendet werden: 

1. Weindestillat. dem die den Weinbrand kennzeithnenden 
Bestandteile des Weines nidit entzogen worden sind und 
das nicht mehr als 86 Raumhandertteile Alkohol enthält. 
Wird das Weindeslillat aus verstärktem Wein her* 
gestellt, so muß dieser aus verkehrsfähigem Weine ledig¬ 
lich durch Zusatz von Weindestillat mit einem Alkohol¬ 
gehalt von mindestens 65 Raumhundertteilen oder von 
Armagnac-Weindcstillat mit einem Alkoholgehalt von 
mindestens 52 Raumhundertteilen gewonnen sein. Der 
verstärkte Wein darf in einem Liter nicht mehr als 2 g 
flüchtige Säure (als Essigsäure berechnet) und nicht 
weniger als 12 g zuckerfreies Extrakt enthalten. 

2. Reines Wasser; 

3. technisch reiner Rüben- oder Rohrzucker in solcher 
Menge, daß der Gcsamtgehalt an Zudeer, einschließlich 
des durch sonstige Zusätze htneingelangenden (als 
Invertzucker berechnet) in 100 cm^ des gebrauchsfertigen 
Weiiibrandes bei 20^ nicht mehr als 2 g beträgt; 

4. gebrannter Zucker (Zuckerkulör), hergestellt aus tecJi- 
nisch rc'inem Rühen* oder Rohrzucker; 

5. im eigenen Betriebe durch Lagerung von Weindcstillat 
(Nr. 1) auf Eichenholz- oder Richenholzspänen auf 
kaltem Wege hcrgestellte Auszüge; 

6. im eigenen Betriebe durch Lagerung von Weindestillat 
(Nr. 1) auf Pflaumen, grünen (unreifen) Walnüssen oder 
getrodeneten Mandelschalen auf kaltem Wege her- 
gestellte Auszüge, jedoch nur in so geringer Menge, daß 


43 



die Eigenart des verwendeten Veindestillats dadurdi 
nidit wesentlidi beeinflußt wird; 

7. Dessertwein, jedodi nur in soldier Menge, daß in 
100 Raumteilen des gebraudisfertigen Weinbrandes nidit 
mehr als ein Raumteil Dessertwein enthalten ist; 

8. tnedianisch wirkende Filterdichtungsstoffe (Asbest, Zellu¬ 
lose und dergleidien); 

9. tedinisdi reine Gelatine, Hausenblase, Eier-Eiweiß, Käse- 
Stoff (Kasein); 

10. Sauerstoff oder Ozon. 

Artikel 16 (zu § 16): 

Bei der Herstellung von Weinbrand-Versdinilt dürfen nur 

folgende Stoffe verwendet werden: 

1. Weinbrand; 

2* reiner, mindestens 90 Raumhundertteiie Alkohol enthal¬ 
tender Sprit; 

3. reines Wasser; 

4. tedinisdi reiner Rüben- oder Rohrzucker in solclier 
Menge, daß der Gesamtgehalt an Zucker, einsdiließlidi 
des durch sonstige Zusätze hineingelangenden (als 
Invertzucker beredinet) in 100 cm® des gebrauchsfertigen 
Weinbrand-Versdinittes bei 20® nidit mehr als 2 g 
beträgt; 

5. gebrannter Zucker (Zudccrkulör). herg^stellt ans tedi- 
lüsch reinem Rüben- oder Rohrzucker; 

6. im eigenen Betriebe durch Lagerung von Weindestillat 
(Artikel 13, Nr. 1), auf Eichenholz oder Eichenholzspänen 
auf kaltem ege hergestellte Auszüge; 

7. in eigenem Betriebe durch Lagerung von Weindestillat 
(Artikel 15, Nr. 1) auf Pflaumen, grünen (unreifen) 
Walnüssen oder getrocknete Mandelsdialen auf kaltem 
Wege hergestellte Auszüge, jedoch nur in so geringer 


44 



Menge, daß die Eigenart des verwendeten Weinbrandes 
dadurdi nicht wesentlidi beeinflußt wird; 

8. Dessertwein, jedoch nur in solcher Menge, daß in 
100 Raumteilen des gebrauchsfertigen Weinbrand^Ver* 
Schnittes nicht mehr als ein Raumteil Dessertwein ent* 
halten ist; 

9. mechanisch wirkende Filterdichtungsstoffe (Asbest, Zellu¬ 
lose und dergleichen); 

lU. technisch reine Gelatine, Hausenblase. Eier-Eiweiß, Käse¬ 
stoff (Kasein); 

11. Sauerstoff oder Ozon. 

Artikel 18 (zu § 18). 

1. Kognak oder anderer ^einbrand, der in Flaschen ge¬ 
werbsmäßig verkauft oder feilgehalteu wird, ist nach 
dem Lande, in dem er fertiggestellt ist, als 
Deutscher, französischer usw. W’einbrand, 
Weinbrand-Verschnitt als 

Deutscher, französischer usm*. Wembrand-Verschnitt zu 
bezeichnen. Kognak darf an Stelle der im Satze I vor- 
geschriebnen Bezeichnung auch die Bezeichnung 
Kognak (Cognac), französisches Erzeugnis — tragen. 

2. Hat im Ausland hergestcllter Weinbrand oder Wein- 
brand-Verschnitt in Deutschland iediglidi einen Zusatz 
von reinem Wasser erhalten, um uubesdiadet der Vor¬ 
schrift des § 18, Abs. 5, des Gesetzes den Alkoholgehalt 
auf die übliche Trinkstärke herabzusetzen, so ist er als 
Französischer usw. Weinbrand (Weinbrand-Verschnitt) 
in Deutschland ferliggestellt — zu bezeichnen. 

3. Die Bezeichnung muß bei Weinbrand in schwarzer, bei 
Weinbrand-Verschnitt in roter Farbe auf weißem Grund 
deutlich und nicht verwischbar auf einem bandförmigen 
Streifen in lateinischer Schrift aufgedrucht sein. Die 
Sdiriftzeichen müssen bei Flaschen, die einen Raum- 


45 



gehalt von 350 cm® oder mehr haben» mindestens 0,5 cm 
ho^ und 80 breit sein, daß im Durchsdinitt je zehn Budi> 
staben eine Flädie von mindestens 3,5 cm Länge ein¬ 
nehmen. Die Inschrift darf, falls sie einen Streifen von 
mehr als 10 cm Länge beanspruchen würde» auf zwei 
Zeilen verteilt werden. Der Streifen, der eine weitere 
Inschrift nicht tragen darf, ist an einer in die Augen 
fallenden Stelle der Flasche» und zwar gegebenenfalls 
zwischen dem den Flaschenkopf bededeenden Überzug 
uud der die Bezeidmimg der Firma enthaltenden In- 
sdirift, dauerhaft zu befestigen, ^ird der Streifen im Zu¬ 
sammenhänge mit dieser oder einer anderen Insdirift 
hergestellt, so ist er gegen diese durch einen mindestens 
1 mm breiten Stridi deutlidi abzugrenzen. 

Begriffsbestimmungen für Spirituosen 

Die Entwicklung unserer Wirtschaft und die damit ver¬ 
bundene ständige Verbesserung der .Qualität der Spirituosen 
etforderteti eine Überarbeitung der Begriflsbestimmungen 
für Spirituosen, um eine unseren ökonomischen Grundsätzen 
entsprechende Arbeitsgnmdlage sowohl für die Industrie als 
auch für deu Handel zu schaffen. 

Die Neufassung erfolgte durdi den wissensdiaftlidicn ArbeitS' 
kreis der Spirituosenindustrie unter Leitung der Fachabtei¬ 
lung Spiritus des Ministeriums für Lebensmittelindustrie und 
wurde mit den Ministerien uud Dieuststellen, weldie sich 
ebenfalls mit Grundsatzfragen dieses Industriezweiges be¬ 
schäftigen, abgestimmt. 

Mit der Veröffentlichung der neuen „Begriffsbestimmungen 
für Spirituosen^* wird eine weitere Voraussetzung zur Ver¬ 
wirklichung der „Verordnung über die Erhöhung und Ver¬ 
besserung der Produktion von Verbrauchsgütern für die Bc- 
sölkerutig"* vom 17. Dezember 1953 geschaffen. 


46 



A. Allgemeiner Teil: 

1. a) Spirituosen sind für den mensdilidien Genuß be* 

stimmte Getränke, in denen der durdi Destillation 
aus vergorenen, zuckerhaltigen oder in Zudcer ver* 
wandelten stärkehaltigen Rohstoffen gewonnene 
Alkohol als wertbestimmender Anteil enthalten ist. 
b) Für die Herstellung von Spirituosen und sonstigen 
alkoholhaltigen Getränken darf nur Äthylalkohol 
(C2 Hö OH) verwendet werden, für den It* TGL 
(Tedmische Normen, Gütevorschriften und Liefer¬ 
bedingungen TGL-Nr. 6851 ; 1) besondere Be¬ 
schaffenheitsmerkmale festgelegt sind» 

2. Bei der Herstellung von Spirituosen ist die Verwen¬ 
dung von Branntweinschärfen untersagt. Stoffe, die bei 
der Herstelluug von Spirituosen als normale Bestand¬ 
teile des betreffenden Getränkes anzusehen sind und 
ihm eine besondere geruchliche und geschmackliche 
Eigenart verleihen, sind nicht als Brauntweinschärfen 
aiizusehen. 

3. Spirituosen können ohne besondere Kennzeichnung mit 
den gesetzlich zugelassenen Farben gefärbt werden, so¬ 
fern die folgenden Abschnitte keine andere Bestim¬ 
mungen enthalten (Siehe Verordnung vom 15. Juli 1951 
über den Verkehr mit Lebensmittelfarben). 

4. Spirituosen, die einen Zusatz von Wein enthalten und 
deren Bezeidmung auf die Verw'endung von Wein 
sdiließeu läßt, unterliegen als weinhaltige Getränke 
den Bestimmungen des W’eingesetzes vom 25. Juli 1930 
sowie den Ausführuugsbestimmungen zum Weingesetz 
vom 16. Juli 1932. 

B. Kennzeidinung und Festlegung des Alkoholgehaltes: 

1. a) Im Inland dürfen Spirituosen einschließlich Wein- 
brand und W'einbrand-Verschnitt nur unter Kenn- 


47 



zeiAnung des Alkoholgehaltes (in vollen Volumen» 
Prozenten) in den Handel gebradit werden. Die an¬ 
gegebene Älkoholstärke muß garantiert sein. 

b) Die Keunzeidanung hat bei Lieferungen in Behält¬ 
nissen bis zu einem Liter Inhalt auf dem Haiipt- 
etikett (in mindestens 3 mm Schriftgröße) und bei 
Lieferungen in sonstigen Behältnissen von mehr als 
einem Liter Inhalt auf der Redinung zu erfolgen. 

2. a) Die Alkoholstärken für Spirituosen werden im all¬ 
gemeinen auf 20, 25, 30, 32, 33. 38, 40, 45, 48 und 
50 Volumenprozent festgesetzt. Diese Bestimmung 
gilt nicht für Exportspirituosen, da bei diesen der 
Alkoholgehalt durdi Verträge festgelcgt wird. 

b) Spirituosen mit der Bezcidmung „DoppeP^ bzw. 
„Doppelt*' müssen einen Mindestalkoholgehalt von 
38 Vol. % aufweisen. 

c) Spirituosen, die in ihrer Bezeichnung die Endsilbe 
..Brand‘‘ enthalten, müssen den Bedingimgen der 
Edelbrände entsprechen. Der Mindestalkoholgehält 
muß 38 Vül.% betrageu. 

d) Die Bezeichnung „Brandy^^ darf bei Fruditsaft- und 
Fruditaromalikören nur dann Verwendung finden, 
wenn ^’ässer oder Geiste der Frucht, nach der das 
Erzeugnis benannt wird, in solcher Menge initver- 
arbeitet werden, daß sie das Erzeugnis in Gerudi 
und Geschmack maßgeblidi beeinflussen. Eine Aus¬ 
nahme macht der ..Cherry Brandy^^ hei dem neben 
Fruditsafl nur Kirschwasser verwendet werden darf. 

e) Für Eier-, Schokoladen- und Emulsionsliköre wird 
der Alkoholgehalt auf 20—23 Vol.%, für Kaffee-, 
Tee-, Kakao-Liköre sowie Schwedenpunsc^i auf min¬ 
destens 25 Volumenprozent festgelegt. Alle son¬ 
stigen Liköre müssen einen Mindestalkoholgehalt 
von 30 Vol.% aufweisen. 


48 



C. Qualitätskennzeichnungen für Spirituosen: 

1. Ohne Prüfzeidbes des Deutsdien Amtes für Material* 
und Warenprüfung dürfen im Inland keine Spirituosen 
in den Verkehr gebracht werden. Wird einer Spirituose 
infolge Qualitätsvcrsdilediterung das Prüfzeichen ent* 
zogen, darf diese Spirituose nicht mehr in den Verkehr 
gehradit werden. 

Dies kann erst nach erfolgter Qualitätsverbesserung und 
Wiedercrteiluag des Prüfzeidiens erfolgen. 

2. Die Bezeichnung ..Edel*' dürfen nur Spirituosen tragen, 
die in bezug auf ihre Herstellung und Qualität gegen* 
über norroaleu Erzeugnissen höherwertig sind. Eine 
Abwcidiuiig von den allgemein festgelegteu Alkohol* 
gehalten ist nicht erfordcrlidi. Die Erteilung des Prüf¬ 
zeichens vSondericlasse*" ist jedodi Voraussetzung. 

3. a) Spirituosen darf keine Ausstattung gegeben werden, 

die geeignet ist, den Käufer über die Qualität des 
Erzeugnisses irrczuführen. Die Verwendung von 
Phantasienamen ist nur uuter gleichzeitiger Anwen« 
düng einer in der Nomenklatur enthaltenen Zusatz* 
bezeiebnung erlaubt. Die Schriftgröße der Zusatz- 
bezeichnimg muß ein Drittel der Schrifthöhe der 
Phantasiebezeichnung, mindestens jedoch 3 mm, bc* 
tragen. 

b) Zusatzbezeichnuugeu, wie „feiner, feinster, bester, 
alter, uralt, Cocktail und TafePS sind nicht erlaubt. 
Die Bezeiduuiugcti ..Spezial, Meisterstück, Privat, 
Cabinett, Reserve, Jubiläumsmarke und ähnliche'^ 
dürfen nur bei Kdelbränden Verwendung finden. 

c) Der Hinweis auf Qualitätseigenschaften, die nidit 
vorhanden sind, oder die nach den Begriffsbestim* 
mungeu vorhanden sein müssen, ist als irreführend 
anzusehen und nicht gestattet, z* B. („Doppelt ge¬ 
brannt^' bei Steinhäger). 


4 Melde**Fadxbuch 


49 



d) Hinweise auf die heilende oder stärkende Wirkung 
einer Spirituose sowie die Verwendung eines medi- 
zinisdieo oder Doktorgrades sind verboten. Bei Bit« 
tercu oder Bitterlikören sind Hinweise auf appetit¬ 
anregende und verdauungsfördernde Wirkungen er¬ 
laubt. 

e) Die Bestimmungen zu 3 a—d gelten auch für ent- 
sprtdiende Hinweise in Preislisten, Werbebrosdiii- 
reiif Plakaten usw. 

Etiketten-Abbildungen, wie Weinreben, Weintrauben, 

Kornähren u. a., sind bei Original-Erzeugnissen erlaubt. 

D. Sonstige Kennzeichnungen für Spirituosen: 

1. a) Hersteller, Herstellungsort sowie Sitz des Spirb 

tuoseubetriebcs müssen in deutlicher Schrift auf 
dem Hauptetikett der Flaschen oder sonstigen Be- 
bähuissen in mindestens 3 mm Schriftgröße ange¬ 
geben werden. Bei der Betriebsbezeicfauung dürfen 
Wein-, übst« oder Kornbrenuereien nidit hervor- 
gehobcD werden. 

b) Spirituosen, die außerhalb des Herstellerbetriebes in 
andere Behältnisse umgefüth oder auf Flaschen ab¬ 
gefüllt werden, müssen mit dem Etikett des Her¬ 
stellerbetriebes versehen werdeu. Ein entsprechen¬ 
der Hinweis auf den Abfüllbetrieb ist anzubringeu. 
Für die abgefüllte Ware ist der Abfüller verant¬ 
wortlich. 

c) Ausländische Erzeugnisse, die im Inland im Origi¬ 
nalzustand bzw. mit Wasser auf Trinkstärke herab¬ 
gesetzt, auf Flaschen abgefüllt werden, müssen auf 
dem Hauptetikett einen Hinweis auf das Produk¬ 
tionsland enthalten. 

2. a) Werden ausländische Spirituosen in trinkfertigem 

Zustand in Originalverpackung und -etikettierung 


50 



importiert, so müssen beim Verkauf derselben die 
nadi den BegriffsbesHmmangen erforderlidien An¬ 
gaben in deutsdier Spradie aof einem znsatzlicben 
Etikett angebradit werden. Die deutsche Textans:abe 
kann aneb anf einem Anhänger erfolgen. 

h) Für inländische Spirituosen entfällt die Bezeich¬ 
nung „Deutsches Erzeugnis“. Dies gilt nicht für 
•.Deutscher Weinbrand“ nnd ..Deutscher Wein- 
brand-Versciinitt“. Für diese Erzeugnisse gelten die 
Bestimmungen des Weingesetzes vom 2f?. ,Tnli 1030 
und deren Ausfithrungsbestimmnngen vom 16. Juli 
1932. (Im Artikel 18 [zu $ 18] heiBt es auszugs¬ 
weise: ..Die Bezeichnung muß bei •.Wpinbrand“ in 
srJiwarzcr. bei „Weinbrand-Verschnitt“ in roter 
Färbe auf weißem Grund deutlich und nicht ver¬ 
wischbar auf einem bandförmigen Streifen in latei- 
nischer Schrift aufgedruckt sein. Die Schriftzeichrn 
müssen auf Flaschen, die einen Baumgehalt von 
S.'iO ccm oder mehr haben, mindestens O.S cra’ hoch 
und so breit sein, daß im Durchschnitt je zehn Bitdi- 
staben eine Flache von mindestens 3^5 cm TiHnge 
einnehmen usw.“) 

Bei dem Export inländischer Spirituosen wird die 
Kennzeichnung des Hcrstellungsbctriebes durch Ver¬ 
trag festgelegt. 

E. Hprknnfts- und Gnttun^sbezeichnung, Spirittiosengrupppn: 

1. a) Spirituosen, die in ihrer Bezeichnung einen Hinweis 
auf die Herkunft ans einem bestimmten Produk¬ 
tionsort oder -land tragen, müssen aus dem betref¬ 
fenden Ort oder Land stammen und dürfen in ihrcni 
Originalzustand nicht verändert sein, unbeschadet 
eines Zusatzes von Wasser zum Zwecke der Herab¬ 
setzung auf Trinkstärke. 


51 



Diesen Erzeugnissen kann in Her Bezeidinung das 
Wort oder ..Original“ liinzugefügt werden, 

wenn die jeweilige Herkunftsbezeidinnng gleidi* 
zeitig in der Nomenklatur a!$ Gattungsbezeidinnng 
enthalten und das Erzeugnis in dem benannten Ort 
oder Land hergeslellt ist. 2 . B. „Echter Steinhäger“, 
„Echter Nordhäuser“ oder „Echter Riditenberger“. 
b) Spirituosen mit geographisdier Ortsbezeichnung, die 
nicht in dem entsprechenden Ort oder Land her- 
gestellt sind, im Geschmach und Aussehen aber 
dem Original entsprechen, dürfen nur unter Ver¬ 
wendung einer in der Nomenklatur enthaltenen 
Gattungsbezeichnung in den Verkehr gebracht wer¬ 
den. Alle sonstigen Gattuiigshezeichniingen sind 
nicht erlaubt. 

2. a) Die einzelnen Spirituosensorten werden in nachfol¬ 
genden vier Hauptgruppen zusammengefaßt: 

1. Einfache, aromatisierte, gesüßte nnd bittere 
Trinkbranntweine. 

2. In- und ausländische Edelbräude. 

3. Liköre und Punschextrakte. 

4. Nach besonderem Verfahren hcrgestellte Spiri¬ 
tuosen. 

b) Soweit sich für die einzelnen Spirituosensorten der 
vier Hauptgruppen besondere Bestimmungen hin- 
siclitlich Herstellung. Rohstoffeinsatz. Alkohol¬ 
stärken, Alterung, Verschnitt usw. ergeben, werden 
diese in den nachfolgenden Bestimmungen und durch 
TGL besonders festgelegt. 

r. Besondere Bestimmungen fiir die pinzelnen Spirituosen- 
gruppen: 

I. Einfai^ie. aromatisierte, gesüßte und bittere 
Trinkbranntweine, 



1. a) Die Erzeugnisse dieser Spiritaosengruppen sind 

Spriiwassergemisdie mit und ohne Gcsditaackazti- 
sätze. Soweit der Gesamtextrakt 50 g pro Liter 
nidit übersteigt, ist das Erzeugnis als einfaAer 
Trinkbranntwein zu bctradilen. Erzeugnisse mit 
einem Extraktgehall von mehr als 50 g und 
weniger als 220 g pro Liter Flüssigkeit sind ge¬ 
süßte Trinkbranntweiue. Bittere und aromati¬ 
sierte Trinkbranntweine können beiden Gruppen 
angehören. Die Verwendung von XTeinen darf in 
der Kennzeichnung nidit zum Äusdrnch kommen. 

b) Der Alkoholgehalt wird für diese Trinkbrannt¬ 
weine auf mindestens 32 VoL% und hödisteiiB 
40 Vol.% festgesetzt, sofern nicht in der Spiri¬ 
tuosen-Nomenklatur für einzelne Sorten be¬ 
stimmte Alkoliolstärken zugelassen sind. 

2. a) Einfac^ie Trinkbranntweine ohne Geschmackszu- 

Satze können nach örtlichen Gepflogenheiten 
unter Kcnnzeirlinung, ^wic ..Trinkbrannlwein“, 
„Klarer^* und v^odka*\ in den Handel gebracht 
werden. 

b) Wodka muß 40 Volumenprozent Alkohol ent¬ 
halten und sich durch reinen, neutralen Geruch 
und Gesdimack anszeichnen. 

Für Adlershofer Wodka“, der sich gleichfalls 
durch reinen und neutralen Geruch und Gescjimaek 
auszeichnen muß. darf nur ff.-Sprit verwendet 
werden. Der Alkoholgehalt wird auf 45 Volumen¬ 
prozent festgelegt. 

3. a) Aromatisierte Trinkbranntweine enthalten Ge¬ 

schmackszusätze von Korubraud. Kornlutler und 
Obstbränden oder Abtriebe gewisser Vegetabüien, 
wie Kümmel. Anis. Ingwer, Fendiel, Trester usw., 
sowie ätherische öle und Essenzen. 


53 



h) Diese Erzeagoisse dürfen den einzelnen Ge- 
sdimarksrichtangen entsprechend als: ..Kümmel, 
Anis. Fenchel. Ingwer, Pfefferminz nsw.‘* be¬ 
zeichnet werden. Gebt die Geschmadcsriditung 
nicht aus der Bezeichnung hervor, so ist das Er¬ 
zeugnis als ..Aromatisierter Trinkhrannlwein“ zu 
bezeichnen. 

4. a) Bitteren Spirituosen (Bittere) dürfen neben bit¬ 
teren und aromatischen Drogen- oder Fruclitans- 
zugen bzw. -destillaten, Friiditsäfte. alberische 
Olc und Essenzen als Geschmadesstoffe zugegeben 
werden. 

b) Diese Bitteren können unter Keunzeidmungen. 
wie „Kränterbitter'*. ..Magenbitter^*. ..Booiie- 
kamp**. oder einer anderen Bezeichnung der 
Nomenklatur in den Handel gebradil werden. 

If. Inlandischf> und ausländische Edeihrände. 

1. a) Destillate aus Brennweinen oder aus solrhen ver¬ 
gorenen Maischen, die entweder durch die dazu 
verwendeten zneker- oder stärkelialtigen Roh¬ 
stoffe oder aber durch das bei ihrer Herstellung 
verwendete Gärungsverfahren geeignet sind, dem 
daraus gewonnenen Destillat einen besonders 
wertvollen, eigentümlichen Geruch und Ceschmadc 
zn verleihen, w'erden als Edeihrände bezeichnet. 
Edelbrände dürfen in der Maische keine Zusätze 
von Zucker oder Alkohol enthalten, anch dürfen 
ihnen keine aromatischen Substanzen zugesetzt 
werden, die nicht zugleich der Alkobolgewinnung 
dienen. 

Für die Färbung von Edelbranden und deren Ver. 
schnitten ist nur ZiickerkulÖr zugelassen. Die Ver¬ 
wendung von künstlichen Farbstoffen ist nicht 
erlaubt. 


54 



b) Edelbrände — Weinbrand, Übersee-Rum, Deut- 
scber Rum, Übersee-Arrak, Deutscher Arrak—•, die 
no(h Alkohol anderer Art (Prima bzw. Il.-Sprit) 
enthalten, werden als Verschnitt bezeidxnet. Ver- 
sdmitte müssen eine solche Menge des entspre¬ 
chenden Edelbrandes aufweisen, daB sie seine 
Eigenart geruchlich und gesdimacklich deutlich er¬ 
kennen lassen. Der Mindestanteil des jeweiligen 
Edelbrandes beträgt für W’einbrand-Verschnitt 
10 %, für Rum 5 % und für Arrak 10 % vom 
Gesamtaikoholgehalt. Das Wort „Verschnitt" muß 
auf Etiketten, Rechnungen, Preislisten und son¬ 
stigen Angeboten in der gleichen Größe, Farbe 
und Buchstabenart wie der jeweilige Edelbrand 
angegeben werden. 

Die Deklaration von Korn- bzw. Obstbrandver- 
sihnitten als soldie ist uidit gestattet. 

c) Ausländische Edelbrände, die in der Bezeichnung 
den Hinweis auf ein bestimmtes Produktionsland 
tragen, dürfen nur aus dem entsprechenden Lande 
importierte, im Original belassene oder nur mit 
Wasser auf Trinkstärke herabgesetzte Produkte 
sein. Der Zusatz des Wortes „OriginaP’ ist nur 
dann zulässig, wenn die betreffende Ware in 
unverändertem Zustand belassen ist und ihr 

. Alkoholgehalt sich in den im Herstellerland zu¬ 
gelassenen üblichen Grenzen bewegt. 

d) Der Mindestalkoholgehalt für alle in- und aus¬ 
ländischen Edelbrände und deren Versdmitte 
wird auf 38 Volumenprozent festgelegt. Hierbei 
bildet lediglich der Korn mit 32 Volumenprozent 
eine Ausnahme,, der jedoch nicht als Edelbrand 
bezeidmet werden darf. 


55 



2. Weindestiliat bzw. Weinbracd und dessen Verschnitt 
sind Edelbrande, die den Bestimmungen des 
;;esetzes unterliegen. Bei der Herstellung von Wein- 
brand und Weiubrand-Verschnitt dürfen nur die im 
Artikel 15-^16 der Ausfübrungsbestimmungen auiii 
Weingesetz vom 16. Juli 1932 aufgeführten Stoffe 
verwendet werden. 

Die nach dem Weingesetz allein zulässigen Auszüge 
brauchen nicht im eigenen Betrieb hergestellt zu 
werden. 

3. a} Origiual'Hum ist ein überseeischer Edelbrand, der 

im wesentlidien aus Zudcerrohr bzw. Zuckerrohr- 
melasse hergestellt wird, wobei die in tropischen 
Gebieten heimischeu Hefen auf den typischen 
Geruch und Geschmack einen EinfluS haben, 
b) Deutscher Kum ist ein dem übersee-Rum ähn¬ 
licher Edelbrand. Dieser wird im Inland in An¬ 
lehnung au die Verfahren der Herkunftsländer 
durch Vergärung zuckerhaltiger Stoffe gewonnen. 

4. a) Original-Arrak ist ebenfalls ein überseeischer 

Edelbrand und wird unter Verwendung von Reis, 
Zuckerrohr und Znckerrohrmelasse hergestellt. 
Auch hier haben die in den tropischen Gebieten 
heimischen Hefen einen besonderen Einfluß auf 
den typischen Geruch und Geschmack dieses Er¬ 
zeugnisses. 

b) Deutscher Arrak ist ein dem Übersee-Arrak ähn¬ 
licher Edelbraiid, der im Inland in Anlehnung an 
die Verfahren der Herkunftsländer durch Ver¬ 
gärung stärke- und zuckerhaltiger Stoffe berge- 
stellt wird. 

c) Wird einem aus deutsdiem Rum bzw. deutschem 
Arrak hergestellten Verschnitt „Übersee-Rum*' 
oder „Übersee-Arrak*’ in einer Menge zugesetzt, 



die unter den im Absdinitt II 1 b festgelegten 
Pro 2 eutsätzeu liegt« so ist dieses Erzeugnis als 
„Deutsdber Rum-VerschnitP* bzw« „Deutsdier 
Arrak^Verschnitr* zu bezeichnen« 

5« a) Unter der Kennzeichnung ,,Kornbrand^‘ oder 
„Korn** bzw. anderer Deklarationen in Verbin¬ 
dung mit Korn oder Getreide darf nur ein Er¬ 
zeugnis in den Handel gebracht werden, das aus- 
schließlidi aus Roggen, Weizen, Buchweizen, Hafer 
oder Gerste hergestellt ist und nicht im Würze¬ 
verfahren gewonnen wurde. Die kennzeichnenden 
Eigensdiaften eines aus Korn gewonnenen Alko¬ 
hols müssen vorhanden sein, 
b) Ein Doppelkorn ist ein Kornbrand, der einen 
Alkoholgehalt von 38 Volumenprozent aufweisen 
muß und durch längeres Lagern in Holzfässern 
(mindestens drei Monate) gealtert ist. 

6. a) Ein Obstbrand aus Steinobst, Kernobst oder 
Beeren, der ausschließlich aus der vergorenen 
Obstfrucht oder Beere bzw. deren Säften ohne 
Zusatz von zuckerhaltigen Stoffen, Zucker oder 
Alkohol anderer Art gewonnen wird, und zwar 
aus: 

Steinobst: Kirschen, Zwetschgen, Mirabellen, 
Pflaumen, Schlehen, Aprikosen, Pfir¬ 
siche, 

Kernobst: Äpfel, Birnen oder andere Kernobst- 
arten, 

Beeren: Heidelbeeren, Himbeeren, Brombee¬ 

ren, Johannisbeeren, Erdbeeren, Vogel¬ 
beeren, Holunderbeeren und Wachol¬ 
derbeeren, 

darf unter der Bezeichnung Kirschwasser, Zwetsch¬ 
genwasser oder ähnlichen Bezeichnungen, die auf 


57 



die Herstellung aus Kirschen, Zwetschgen bzw. 
sonstigen Obst- und Beerensorten Hinweisen, wie 
Kirsdibrand, Zwetschgenbrand, ^’acholderbrand 
uw. in den Handel gebradit werden, 

b) Topinambur wird wie Obst in rohem Zustand zu 
Alkohol vergoren. Die daraus hergestellte Spiri¬ 
tuose kann als Topinamburbrand gekennzeichnet 
werden. 

c) W erden frische Heidelbeeren, Himbeeren, Brom¬ 
beeren, Erdbeeren, Johannisbeeren. Vogelbeeren, 
Aprikosen, Pfirsiche und Holunderbeeren unter 
Zusatz von Prima-Sprit angesetzt und dann destil¬ 
liert, so darf das gewonnene Destillat nur als 
Geist bezeichnet werden (z. B. Brombeergeist, 
Aprikosengeist), sofern es die kennzeichnenden 
Merkmale dieses Erzeugnisses besitzt. 

III. Liköre und Punsdiextrakte. 

1. a) Die Spirituosen dieser Hauptgruppe sind im all¬ 
gemeinen Erzeugnisse aus herabgesetztem Sprit 
bzw, Edelbränden mit Zusatz von Zucher oder 
Zucker- und Stärkesirup, Fruchlsäften, Drogen¬ 
oder Fruchtauszügen bzw. -destillaten. ätherischen 
ölen, Essenzen, Fruditäthern und -estern. lu einem 
Liter Flüssigkeit müssen mindestens 220 g Extrakt 
enthalten sein. 

h) Der Mindestalkoholgehalt wird für Liköre auf 
30 Volumenprozent festgesetzt, Der Höchst¬ 
alkoholgehalt beträgt für Fruchtsaft- und Frucht¬ 
aromaliköre 35 Volumenprozent und für Bitter-, 
Kräuter- und Gewürzliköre 40 Volumenprozent. 
Ausnahmen bilden nur solche Erzeugnisse, für die 
in der Spirituosen-Nomenklatur besondere Alko¬ 
holstärken festgelegt sind. 


58 



2. a) In den Frucbtsaftlikören muß der Saft derjenigen 

Frucht, nach der das Erzeugnis benannt wird, als 
wesentlicher Bestandteil enthalten sein und ge¬ 
schmacklich herrortreten. Das Wort Fruditsaft- 
likör muß unter der jeweiligen Fruchtangabe in 
mindestens 3 mm Schriftgröße auf dem Haupt¬ 
etikett angebracht sein. 

Fruchtsaftliköre mit keiner bestimmten Frucht- 
Saftnote müssen als Mehrfruchtsaftliköre dekla¬ 
riert sein. 

b) Zur Herstellung von Fruchtsaftlikören dürfen 
naciifolgendc Früchte verwendet werden: Ananas, 
Biutorangen. Brombeeren, Erdbeeren, Himbeeren, 
Heidelbeeren, Kirscjien, Johannisbeeren, Pflaumen 
und Wildfrüchte (z. B. Holunderbeeren). Zusätze 
anderr Fruditsaftc uud natürlicher Aromastoffe 
sind erlaubt. Eine Färbung mit Farbstoffen jeder 
Art ist bei Fruditsaftlikör verboten, eine Ausnahme 
bildet lediglid) der Ananas-Fruditsaft-Likör, der 
mit Zucherkulör gefärbt werden darf. 

c) Kompositionen von Fruditsäfteu mit anderen 
natürlidien Aromastoffen (wie z. B. Kirsdi- 
Orange, Kirsch mit Rum) müssen den Bedin¬ 
gungen der Fruchtsaftliköre entsprechen und als 
,,Fruditsaft-Liköre^* gekennzeichnet sein. 

3. a) „Fruchtaroma-Liköre*^ sind Zubereitungen, die 

ihren diarakteristiscbeu Geschmack aus Früchten 
oder Fruditteileu erhallen, nadi denen sie be¬ 
nannt sind. 

b) Zu den Fruditaroma-Likören gehören Erzeugnisse 
aus folgenden Früditen: Aprikosen, Ebereschen, 
Hagebutten, Pfirsichen, Pflaumen, Preiselbeeren. 
Citrusfrüchten (Zitronen, Orangen, Mandarinen, 
Bergamotten usw.). Eine Ausnahme von letzteren 


59 



macht lediglidi der Blutorangen-Likör. der als 
Fruchtsaftlikör anzusehen ist. 

c) Die Färbung mit den gesetziidi zugelassencn 
Farbstoffen ist erlaubt. Die Verwendung künst¬ 
licher Aromastoffe ist bei den Fruchtaroma- 
Likören unzulässig. Künstliche Nac^iahmnngen von 
Fruchtaroma-Likören sind verboten. 

4. a) Bitter-, Kräuter- und Gewürzliköre sind Erzeug¬ 

nisse, zu deren Herstellung bittere und aroma* 
tische Drogen- oder Fruditauszüge bzw. -dcstil- 
late, Fruchtsäfte, ätherische Oie und natürliclio 
Essenzen verwendet werden. 

b) Kennzeichnungen, wie ..Goldwasser'* oder ähnliche 
Bezeichnungen können nur für einen Gewürz- 
Likör verwendet werden, der Blattgold-Flitter in 
ausreichender Menge in der Flascdie aufweist. 

c) Cordial-Medoc ist ein Erzeugnis, das itn wesent- 
licjien aus Weindestillat. Traubenweinen, Dessert¬ 
weinen und Drogenauszügen bergestellt wird und 
dem unter dieser Bezeichnung in den Verkehr ge¬ 
brachten französischen Erzeugnis ähnlich ist. 

li) Allasch ist ein unter reichlicher Verwenduncr von 

fl 

Kümmel-Destillat hergestellter Kümmel-Likör, 
der mindestens 300 g Zucker pro Liter und einen 
Alkoholgehalt von 40 Volumenprozent aufweisen 
muß. 

5. a) Kaffee-, Mokka-. Tee- und Kakaoliköre sind 

Spirituosen, die ausschließlich unter Verwendung 
der Rohstoffe hergestellt sind, mdi denen sie 
benannt werden. Die Verwendung natürlicher 
Aromastoffe zur Abrundung ist erlaubt. Zur Her¬ 
stellung von Destillaten ist die Verarbeitung von 
Kakaorückständen gestattet. Kakaolikör, der aus¬ 
schließlich unter Verwendung von Kakaodestillat 


60 



hergestellt ist, darf nicht gefärbt werden. 

Kaffee« und Mokkaliköre müssen vorwiegend 
Auszugsliköre sein. Dabei muß der Kaffeeanteil 
im Mokkaiikör mindestens 50 g pro Liter be¬ 
tragen. 

6 . a) Eier-LikÖre sind Zubereitungen aus frisdien, ein¬ 

wandfreien Hühnereiern. Im Fertigerzeugnis 
müssen mindestens 240 g Eigelb pro Liter ent¬ 
halten sein. Zur Verhinderung der Entmischung 
dürfen bei der Herstellung kleine Mengen Eiklar 
verwendet werden. Die Eier müssen im Hersteller¬ 
betrieb aufgeschlagen werden. Bei Eier-Wein- 
brand muß der Alkohol ausschließlich aus Wein¬ 
destillat stammen. 

b) Emulsions-Liköre, die in ihrer Kennzeichnung 
auf die Verwendung von Eiern hinweisen (z. B. 
Kakao mit Ei) müssen mindestens 180 g Eigelb 
pro Liter Fertigware enthalten. 

c) Die Verwendung von Verdidcungsmitteln, ErsaU- 
Btoffen für Eigelb oder Zucher« Frisdihaltungs- 
mitteln, Farbstoffen, Milch und Sahne ist bei der 
Herstellung von eihaltigen Likören verboten. 

7. Srliokoladen-. Kakao-, Sahne- und Milch-Emulsions- 
Liköre sind Erzeugnisse, die durch Emulsion der 
Rohstoffe hergestellt sind, nadi denen sie benannt 
werden. Milch- und Sahnezusatz zu Kakao« und 
Schokoladen-Emulsions-Likören ist erlaubt. Die Be¬ 
zeichnung „Mokka mit Sahnc^^ ist nur zulässig, wenn 
in dem betreffenden Emulsions-Likör Sahne ent¬ 
halten ist. 

8 . a) Als Honiglikör oder „Bärenfang** darf nur ein 

Likör in den Hände! gebracht werden, zn dessen 
Herstellung mindestens 300 g reiner Bienenhonig 
pro Liter Fertigware verarbeitet wurden. 


61 



b) Zusätze, die geeignet sind, einen höberen Honig¬ 
gehalt vorzutäiischcn, sind verboten. Die Färbung 
mit Zuckerkulör ist erlaubt. 

9. a) Punschextrakte sind Erzeugnisse aus Prima-Sprit, 
Edelbränden, Traubenweineu, Fruchtweinen, 
Frudütsäften. Zucker. Stärkesirup und Auszügen 
oder Destillaten aus aromatisdieu Rohstoffen 
pfianzlidien Ursprungs. 

])) Punschextrakte müssen, wenn sie die Bezeichnung 
,,Rum-Puiisdr^ oder ..Arrak*Punsdi“ tragen, 
unter Verwendung von mindestens 5 % Rum oder 
10% Arrak (bezogen auf den Gesamtalkoholgehalt) 
hergesteUt werden. Die Herstellung von künsl- 
lidieii Punsdiextrakten ist verboten. Die Fär- 
billig mit gesetzlidi zugclassencn Farbstoffen ist 
erlaubt. Rotfärbung muß jedodi deklariert 
werden. 

c) Weinpunschextrakte, die als soldie gekennzeichnet 
werden, müssen in 100 Raiimteilen mindestens 
20 Raumteile W'eiii enthalten. Wird Wcinpunscli- 
cNtrakt unter Benennung einer bestimmten W^eiu- 
Sorte in den Handel gebracht, so muß dieses Er¬ 
zeugnis mindestens 20 Raiimhuiulertteile dieses 
W'cincs enthalten. Fruchtsaftziisätze sind lediglich 
als Gesdimackskorrigenz gestattet. Als weinhaltige 
Getränke unterliegen sie den Bestimmungen des 
Weingesetzes. 

d) Die aus Punsdiextrakten hergestcliten Geträjike 
werden nach entsprechender Verdünnung im Vor. 
hältnis von einem Teil Punschextrakt und zwei 
Teilen Wasser als Punsch bezeidiiiet. 

e) Für die Herstellung von Schwedenpunsdi muß 
Arrak in ausreichender Menge verwendet werden. 
Die Verwendung von deutsdiem Arrak ist erlaubt. 


62 



IV. Nach besonderem Verfahren hergestellte Spirituosen. 

1. a) Für die Erzeugnisse dieser Spirituosengruppe sind 

besondere Herstellungsverfahren anzuwenden. Die 
Herstellung selbst erfolgt vorwiegend auf Ge¬ 
treidegrundlage. 

b) Der Mindestalkobolgehalt für diese Spirituosen 
beträgt 38 Volumenprozent, sofern nicht in der 
Spirituo'sen-Nomenklatur für einzelne Sorten ein 
besonderer Alkoholgehalt festgelegt ist. 

2 . Steinhäger ist eine Spirituose, die aussdilicßlidi 
durdi Abtrieb unter Verwendung von Wacholder- 
Lutter aus vergorener Wadiolderbeer-Maisdie her¬ 
gestellt wird. 

3. Aquavit ist ein vorwiegend mit Kümmel und anderen 
ähnlichen Aromastoffen hergestellter Trinkbrannt¬ 
wein. 

Die Kennzeichnung „Edel-Aquavit‘^ ist nur dann zu¬ 
lässig, wenn zur Herstellung dieser Spirituose an 
Stelle von Sprit Kornbrand verwendet wird und das 
Erzeugnis den Bedingungen des Abschnittes C 2 ent¬ 
spricht« 

4. Als Genever darf nur eine Spirituose in den Handel 
gebracht werden, die aus einer Maische von Getreide 
unter Verwendung von reichlich Darrmalz und 
Wacholderbeeren im Destillierverfahren gewonnen 
und einer ausreichenden Lagerung in Holzfässern 
(mindestens drei Monate) unterzogen wurde. 

5. Whisky ist ein langgelagerter Kornbrand aus Ger¬ 
stenmalz, Roggen und Weizen mit dem für Whisky 
charakteristischen Rauchgeschmack. Der Alkohol¬ 
gehalt für dieses Erzeugnis wird auf 43 Volumen¬ 
prozent festgesetzt. 

> 


63 



6 . Gin ist ein Erzeugnis, das aus Kornsprit unter Ver¬ 
wendung von Destillaten aus Wadiolderbeeren und 
anderen Gewürzen gewonnen wird. 

7. Enzian ist eine Spirituose, die durdi den Abtrieb von 
mit Sprit versetzter Enzianwurzel-Maisdie oder von 
mit Sprit versetztem Enzian-Destillat hergestellt 
wird. Dieses wird ausschließlich durch Abtrieb von 
vergorener Enziaiiwurzel-Maische ohne jeden anderen 
Zusatz oder aus alkoholischen Auszügen von Enzian¬ 
wurzeln gewonnen. 

8 . Trestcrbranntiveine sind Spirituosen, weMie aus 
Trestern der vcrsdiiedensten Obstsorten (Wein. Äpfel, 
Birnen iisw.) gewonnen werden. Sie können audi als 
Versdinitte durch Zugabe von Sprit hcrgestelh 
werden. In diesem Falle muß der Mindestanteil an 
Alkohol aus Trestern 10 % betragen. Verschnitte 
müssen als solche gekennzeichnet sein. Mindest¬ 
alkoholgehalt 38 Volumenprozent. 

9. Hefebrannticein wird gewonnen durch Abbraiid des 
Wein-Hefegelägers. Er kann ebenfalls durch Zugabe 
von Sprit als Versdinitt hergestellt werden mit einem 
Mindestauteil von 10% Alkohol aus Hefebranntwein. 
Der Verschnitt muß gekennzeichnet sein. Mindest- 
alkoholgehait 38 Volumenprozent. 


64 




Unsere Konsum •Betriebsverkaufsstelle 





SPIRITTOSEN-NOMENKLATUR 


I. Einfache^ aromatisierte und bittere Trinkhranntxt:eine. 

a) Einfadle Trinkbrannlxceine: Yolumenprozen 

1. Trinkbranntwein . 32—40 

2. Klarer . 32—40 

3. Weißer (kann audi unter b) geführt 

werden . 32—40 

4. Wodka . 40 

b) Aromatisierte Trinkbranntxceine: 

5. Nordhäuser . 32--40 

6 . Richtenberger . 32—40 

7. Olbcrnhaucr . 32—40 

8 . Cottbuser . 32—40 

9. Aquavit . 32—40 

10. Anis . 32—40 

11. Feiichel . 32—40 

12 . Ingwer . 32—40 

13. Kümmel . 32—40 

14. Rostodeer Doppelkümmel . 38—40 

1.^. Pfefferminz . 32—40 

16. Wadiolder . 32—40 

c) Bittere Trinhhranntxveine: 

17. Gewürzbitter . 32—40 

18. Klosterbitter .... 32—40 

19. Kräuterbitter . 32—40 

20. Gebirgsbitler . 32*—40 

21. Bayrisdier Bitter. 32—40 

22. Schweizer Bitter . 32—40 

23. Magenbitter . 32—40 

24. Pirnaer Bitter .. 32—40 

25. Bitter . 32—40 

26. Bittere Tropfen . 45 


5 Melde-Faciibudi 


65 





























Vol ttmenprozeni 

27. Angostnra . 40—48 

28. Äromaticfue . 40 

29. Boonekamp . 45—48 

n. Inländische^ und ausländische Edelbrände, 

a) Edelbrände aus zucker- und stärkehaltigen 
Rohstoffen: 

1. Übersee-Rum (Jamaika- usw. -rum) 45—80 

2. Übersee-Arrak (Batavia- usw. 

•atrak) . 45—65 

3. Deutsdicr Bum . 38—43 

4. Deutsdier Arrak . 38—43 

5. Weinbrand . 38—42 

6 . TTeinbrand-Versdinitt . 38—40 

7. t/bersee•Rum•^ ersidinitt . 38—45 

8 . Übersee-ArrakA’ersdinitt . 38--45 

9. Deutscher Rum-Versdiuiti. 38—45 

10. Deutsdier Arrak-Verschuitt. 38—45 

11. Korn-(brand) . 38—40 

12. Topinambur-(brand) . 38—40 

13. Getreidekümmel . 38—40 

b) Edelbrände und Geiste aus Steinobst. 

Kernobst und Beere«: 

14. Kir5chbraud{-wasser) . 45—50 

15. Zwctscbgcnbrand(-wasser) . 45—50 

16. Aprikosenbrand . 38—50 

17. Aprikosengeist . 45—50 

18. Brombeergeist . 45—50 

19. Birnengeist . 45—50 

20. Eberesdiengeist . 43—50 

21. Heidelbeergeist . 45—50 

22. Himbeergeist . 45—50 

23. Jobannisbeergeist (Cassisgeist) .. . 45—50 


66 



























III. Liköre und Punschextrakte. 

a) Fruchtsaft-Liköre: 

Volumenprozent 

1. AtianaS'Likör . 30—35 

2. Blackberry-Brandy . 30—35 

3. BlutorangeD«Likör . 30—35 

4. Broml)eer(Kroatzbeer)-Likör . 30—35* 

5. Cherry Brandy. 30—35 

6 . Erdbeer-Likör . 30—35 

7. Heidelbeer-Likör . 30—35 

8 . Himbcer-Likör . 30—35 

9. IIolunderbeer-Likör . 30—35 

10, Jühannisbeer-Likör. rot .. . 30—35 

11. Jühannisbeer-Likör. sdiwarz (Cassis) 30—35 

13. Moosbeer-Likör . 30—35 

14. Pflaumcn-Likör . 30—35 

15. Wildfruditsafl-Likör . 30—35 

16. Mehrfruditsaft-Likör . 30—35 

b) Fruchtaroma^Likör: 

17. Aprikosen-Likör . 30—35 

18. Apricol-Brandy . 30—35 

19. Bergamotte-Likör . 30—35 

20. Ciiracao-Likör . 35—40 

21. Hagebutten-Likör . 30—35 

22. Eberesdien-Likör .. 30—35 

23. Mandarinen-Likör . 30—35 

24. Maraskino-Likör . 30—35 

25. Orangen-Likör (Apfelsinen-Likör) , 30—35 

26. Pampelmusen-Likör . 30—35 

27. Pfirsich-Likör. 30—35 

28. Pomeranzen-Likör . 35—40 

29. Pflaumen-Likör . 30—35 


5* 


67 





























Volumenprozent 

30. Priinelle-Likör . 35—40 

31. PrcUelbeer-Likör . 30—35 

32. Wildfrucht-Likör . 30—35 

33. Zitronen-Likör . 30—35 

c) Bitter-, Kräuter- und Gewürz-Liköre: 

34. Abtei-Likör. 30—W 

35. Ällasdi .- . 40 

36. Äromatique . 30—40 

37. Anis-Likör (Anisette-Likör) . 30—40 

38. Angelika-Likör . 30—40 

39. Goldwasser-Likör . 38—40 

40. Halb und Halb. 35^0 

41. Ingwer-Likör . 30—40 

42. Kartbäuser-Likör . 35—40 

43. Kloster-Likör . 30—40 

44. Kräuter-Likör (Deutscher) . 30—40 

45. Bayrischer Kräuter-Likör . 30—40 

46. Gewürz-Likör . 30—40 

47. Kümmel-Likör . 30—40 

48. Magenbitter-Likör . 30—40 

49. Pfefferminz-Likör . 30—40 

50. Reiter-Likör . 40—^15 

.51. StoDsdorfer . 30—40 

52. Waldmeister-Likör . 30—40 

53. Vanille-Likör . 30—40 

54. Getreidekümmel-Likör . 30—40 

d) Sonstige Liköre: 

55. Bärenfang . 30—40 

56. Cordial-Medoc . 35—40 

57. Eier-Likör (Emulsions-Likör) . 20—25 

58. Eier-Weinbrand (Emulsions-Likör) 20—25 

59. Kakao mit Ei (Emulsions-Likor) .. 20—25 


68 































Volu me nprozen t 


60. Schokoladen-Likör (Emulsions« 

Likör) . 20—25 

61. Mokka mit Ei (Emulsions-Likör) .. 20—25 

62. Mokka mit Sahne (EmuUions-Likör) 20—25 

63. Kakao-Likör (Emulsions-Likör) .. . 20—25 

64. Ka£fee-Likör . . 25—30 

65. Mokka-Likör . 25—30 

66. Tee-Likör . 25—30 

67. Kakao-Likör, weiß (Destillat-Likör) 25—35 

68. Kakao-Likör, braun (Auszugs-Likör) 25—35 

69. Kakao mit Nuß. 25—35 

70. Nuß-Likör . 30—35 

71. Krokant-Likör . 30—35 

72. Punedi-Extrakt . 30—40 

73. Sehwedenpunsch . 25—30 

IV, Nach besonderem Verlahreii hergestellte Spirituosen 

1. Korn. 32—35 

2. Steinhager. 38—45 

3. Genever . 38—45 

4. Edel-Äquavit . 38—40 

5. Whisky . 43 

6. Gin . 38—45 

7. Enzian . 38—45 

8. Adlershofcr Wodka . 45 

9. Tresterbranntwein . 38—40 

10. Tresterbranntwein-Verschnitt . 38—40 

11. Hefebranntwein . 38—40 

12. Hefebranntwein-Versdinitt . 38—40 


Die neuen Begriffsbestimmungen gelten als verbindlidie An¬ 
weisungen für die gesamte Spirituosenindustrie. 

Mit der Veröffentlidiung dieser neuen Begriffsbestimmungen 
treten die bisher gültigen Begriffsbestimmungen für Brannt- 


69 























weit! und Spirituosen in der Fassung der Besdiliisse des 
Bundes Deutscher Lebensmittelfabrikanten und -händler für 
Lebensmittelkunde und Lebensmittelrecht e. V. vom 29. No¬ 
vember 1940 sowie die den vorgenannten neuen Bestim¬ 
mungen entgegenstehenden Anweisungen und Riditlinien 
außer Kraft. 

Weiterhin finden die diesen Begriffsbestimmungen entgegen- 
stehenden Vorschriften des Branntweinmonopolgesetzes im 
§ 100, der Branntweinverwerlungsordnimg im § 128, § 130 
und § 131, Abs. 2, sowie der Ausführungsbestimmungen zum 
Weingesetz im Artikel 15 (zu § 16), Abschnitt 3 und 6, und 
Artikel 16 (zu § 16), Abschnitt 6 und 7, keine Anwendung 
mehr. 

Die Anweisung über die Herstellung von Erzeugnissen der 
Sonderklasse wird hierdurdi nicht berührt. 

Berlin, den 13. März 1955. gez.: 1. V. Fabisdi 


Erläuterungen zu den neuen Begriffsbestimmungen 

für Spirituosen 

Tn dem Absdinitt C 1 wird darauf biugcwicsen, daß-Spiri¬ 
tuosen nur noch in den Verkehr gebracht w'erden dürfen, 
wenn vom DAMW das Prüfzeichen für das entsprechende Er¬ 
zeugnis erteilt w’ird. Hierzu ist folgendes zu bemerken: 

Gegen die Entscheidung der Prüfdienststelle kann bei der 
Fachgruppe Nahrungsmittel des DAMW. Berlin, und darüber 
hinaus bis zum Präsidenten des DAMW. Berlin, Einspruch 
erhoben werden. Jedoch ist hierzu grundsätzlidi eine ein¬ 
wandfreie und stichhaltige Begründung zu geben. 


70 



Im weiteren können vom DAM\t soI<iie Phantasiebczeich- 
niingen, die einer guten Verkaufskultur widerspredieu, ab* 
gelehnt werden. Die Einsdiränkung in bezug auf die Gelb¬ 
färbung von aromatisierten Trinkbranntweinen mit wein- 
hrandähnlicbem Geschmack ist in \(egfall gekommen, wäh¬ 
rend die Herstellung von Kunst-Rum und -Arrak nidit zu¬ 
gelassen ist. Die vorgenannten Erzeugnisse werden deshalb 
in der Spirituosen-Nomenklatur nicht aufgefübrt. 

Die zur Zeit bestehende Ausnahmegenehmigung für die Her¬ 
stellung dieser beiden Erzeugnisse bleibt jedoch bis auf 
weiteres bestehen. 

Alle sonstigen, bisher nach den alten Begriffsbestimmungen 
ziigclassciieu Erzeugnisse dürfen, soweit sie nidit auch in den 
neuen Begri^sbestimmungeu bzw. in der Spirituosen-Nomen- 
klatur enthalten sind, nicht mehr hergestellt werden. 

Um die Möglidikeit zur Entwicklung uud Herstellung ciuali- 
taliv hodiwcrtiger Spirituoseu im Sinne der Verordnung vom 
17. Dezember 1953 zu geben, köunen auf begründeten Antrag 
au die HV Genußmittel des Ministeriums für Lebensmittel¬ 
industrie über den Rahmen der Begriffsbestimmungen hin¬ 
aus Sonderherstellungsgencbmigungen erteilt werden. 

Für Etiketten, w'elche nicht durch Überdruck den jetzt gül 
tigen Bestimmungen angepaßt werden können, wird eine 
Äufbrauch frist bis zum L Juli 1955 festgelegt. Bis zum 
gleichen Termin wird die Frist zur Erlaoguug der Prüfzeidien 
für sämtliche Spirituosen begrenzt. Nadi vorgenanntem 
Termin dürfen keine Spirituosen mehr ohne Prüfzeidien des 
DAMW in den Verkehr gebracht werden. 


71 



Dewa£*Werbung Cottbus 


in/14/Z 5 2886 VEB Graphisdie Werkstätten Zittau-GörUU H 2S3 55 




SfdtftQreve 
Staatsgrenze 

6enrKS9reiz«ri 

- landoeisgKWcn 

• 6etirt;5STd(fle 


KäH'MaRK’Sratfr 

Erfyrr 

Leipzig 

MagaeOur^ 

Saiwenn 





















Unser 


Produktions-Programm 



WEXNBRAND EDEL 


ist ein Spitzenerzeugnis der Sonderklasse und werden 
zu seiner Herstellung nur ausgesudite Weindestillate 
aus den Volksdemokratien sowie ein Zusatz von 
Charante-Wein-DestUlat verwendet. 

Dieser Weinbrand gelangt erst nacb K jähriger Lage* 
rung auf Eichenholzfässern zur Abfüllung. 


i 


2 




MELDE ERZEUGNIS 


38VOL% 


Woi*n-Nr. 
665411 50 


/S\ JnKaU 0,35 Ür. 

6an57ioo2 


GEGRÜNDET ANNG 1748 


DEUTSCHER WEINBRAND 



















WEINBRAND-VERSCHNITT SPEZIAL 


Der Bedarf an Weinbrand ist so groß, daß z. Zt. nodi 
nidxt soviel Importe von Brennweinen und Wein¬ 
destillaten auf dem Markt sind, daß der Bedarf ge¬ 
deckt werden kann. Aus diesem Grunde wurde der 
Weinbrand-Verschnitt Spezial, welcher der Sonder- 
' klasse angehört, geschaffen, Bei diesem Produkt han¬ 
delt es sich um ein Spitzenerzeugnis, welches unter 
Verwendung von 20% Weindestillat sowie Zusätzen 
von feinsten Auszügen aus Backpflaumen, Limousin¬ 
holz und unreifen Walnüssen zusammengestellt ist. 
Durch wodienlanges Faßlager erhält dieses Erzeugnis 
sein feines, weiniges Bukett, wodurch es sehr beliebt 
und von Kennern der Herrenkreise stets bevorzugt 
wird. 


4 



MARKE MELDE MÄRKE MELD 


DEUTSCHER WEINBRANDVERSCHNITT 



MELDE 


38VOL% 

NSÜMKORNBRÄND'UllKÖRIiÄB 


Wartfl'Nr 




MARKE MELDE MARKE MELDE 

















STEINHÄGER 


gehart ebenfalls der Sonderklasse an und wird nach 
einem besonderen Verfahren hergestellt. Durdi die 
besondere Art der Verarbeitung der Wadiolderbeeren 
wird bei diesem Produkt ein feiner, reiner Aroma-Typ 
erzielt. 



MARKE MELDE ★ MÄRKE MELDE 


EIN MELDE ERZEUGNIS 


M 




Stelnhfiger 


40V0L% 


KONSUM-KORNBRAND-U-UKÖRFABRIK 



Waren-Nr. Inhalt 0,35 Ltr. 

6854^750 /-jN Preis dm 6.80 
66/183/3002 


GEGRÜNDET ANNO 1748 




MARKE MELDE * MARKE MELDE 











EDELKIRSCH 


gehört ebenfalls der Sonderklasse an und ist dieses 
Produkt als eines der Spitzenerzeugnisse in dieser Art 
anzusehen. Bei seiner Herstellung gelangen erst- 

4 

klassige Fruchtsäfte unter Verwendung von Zusätzen 
feinsten Weindestillats, Kirschwasser und Gewürz¬ 
auszügen zur Verarbeitung. 


8 










EIER-LIKOR 


ist der beliebteste Likör der Dameowelt und ist als 
ein Edelprodukt besonderer Art zu bezeidinen. Durdi 
Zusätze von natürlicben Auszügen zeichnet sidi dieses 
Produkt durch einen guten, abgerundeten Ceschmack 
aus. 


10 



MARKE MELDE ♦ MARKE MELDE 



EIN MELDE ERZEUGNIS 


20 VO!.% 


K-KORNBRAND-U-LIKORFABR 


(jLj Jnh. 0,35 

1544900 48/183/3002 fr. OM 7 


GEGRÜNDET ANNO 1748 


MARKE MELDE ♦ MARKE MELDE 













KORN 32 % 


Cottbuser Korn 32 % wird hergestellt aus feinstem 
Kornsprit, weldier im MaUdiverfahren gewonnen 
wird lind sidi durdi ein reines, feines Korn*Bukett 
auszeidinet» 


12 



MARKE MELDE * MÄRKE MELDE 



13 


MARKE MELDE ♦ MARKE MELDE 






KORN 40 % 


Cottbuser Korn 40 % ist ein Edelbrand. Die Roh« 
Produkte sind Roggen und Darrmalz, welche aus« 
sdiließlich im Maischverfahren in unserer Brennerei 
durdi moderne Brenn- und Rektifizieranlagen zu 
bestem Korn-Feinsprit verarbeitet werden. Durch 
sorgfältiges Rektifizieren und wochenlanges Faßlager 
des Fertigproduktes erhält der Korn sein ausgeprägtes 
Korn-Bukett und einen angenehmen, reinen, abgerun¬ 
deten Geschmack und wird von Kennern seines beson¬ 
deren Charakters wegen bevorzugt. 



I 



15 














BOONEKAMP 


Dieses Produkt ist bei der Kundsdiaft als hervor- 
ragend bekannt und ist bei Magenverstimmungen sehr 
begehrt. 

Durch die Verblendung hodiwertiger Drogen gehört 
dieses Erzeugnis zur Spitzenklasse seiner Art. 


16 



MARKE MELDE ★ MARKE MELDE 



EIN MELDE ERZEUGNIS 


NSUM-KORNBRÄNO-Ü-UKÖREABRIK 


iren«Nr. 

S44BOO 


Inh.O.^Ltr. M 
68y)83/3002 Preis DM 5.^3 

GE&HÜNDETANND 1748 


iS VOL96 


MARKE MELDE * MARKE MELDE 








WODKA 


ist ein Trinkbranntwein^ der sich besonders durch 
seine Reinheit und außerordentliche Weichheit des 
Geschmacks auszeichnet« 


18 




MELDE EHZEUBNIS 


40 VOL% 

KONSUM KORNBRAND-U-UKÖRFABRIK 


WarernNr. 

68542700 


Inh. 0.35 Ltr. 
PretoDM4.4d 


66/183/3002 




BEBRÜNDETANNO 1748 








r^.'* 



% 



t ' 


2* 


19 


MARKE MELDE « MARKE MELDE 






















MELDE-SILBER 


ist ein TrinkbranntweiD, zu dessen Hersteüung 
feinstes Korndestillat Verwendung findet und der 
wegen seiner Reinheit sehr beliebt ist. 


20 



EIN MELDE ERZEUGNIS 

v'W”" . 










Q 

U 

S 

:e; 

♦ 

m 

Q 

m 

s 


M* 




AROMATISIERTER 

TRINKBRANNTWEIN 

40VOL7. 

KONSÜMKORKBRAND-U'UKÖREABmK 


Welöe 


CO'^'^SUS 


Woftft^Nr. 
M54 17 00 


A 

mjt95id009 


immM a3$ u. 
Pr**« Dm 4.45 


GEGRÜNDET ANNQ1748 


M/I 9 /U 


STMC^Wa SEISMCH/Si 
















MELDE-GOLD 


ist ebenfalls ein Trinkbranntwein, zu dessen Her* 
Stellung feinstes Korndestillat mit Zusätzen von 
natUrlidien Auszügen Verwendung findet. Wegen 
seines feinen Buketts ist er bei den Verbrauchern sehr 
beliebt. 


22 



MARKE MELDE ^ MARKE MELDE 



EIN MELDE ERZEUGNIS 


AROMATISIERTER 

TRINKBRANNTWEIN 

40 WOl% 

VDK-KORNBRAND-U-LIKÖREÄBRIK 


Waren-Nr. 

66541300 


Btimixoi 


GEGRÜNDET ANND 1748 


MARKE MELDE ♦ 










WEINBRAND-VERSCHNITT 


Auch dieses Produkt, welches unter Verwendung von 
10 % Weinalkohol — gewonnen aus Brennweinen aus 
den Volksdemokratien — und Zusätzen von Auszügen 
aus Backpflaumen, Limousinholz, Walnuß- und Man- 
dclschalen hergestellt wird, ist sehr beliebt bei der 
Verbraucherscbaft. 


24 




MARKE MELDE MARKE MELDE 






GETREIDEKÜMMEL 40 % 


ist ein altbekanntes Spitzenerzeugnis unseres 6e- 
triebes. Zur Herstellung werden feinstes Korndestillat 
sowie Kiimmeldestillat verwendet. Zu dem Kümmei- 
destillat wird nur feinster holländischer Kümmel- 
Samen, weldier mit Korn-Feinsprit überdestilliert 
wird, verarbeitet. Der typisdie Korngeschmadc in 
Verbindung mit dem Kümmeldestillat gibt der 
Qualität die gute Note. 



MARKE MELDE ♦ MARKE MELDE 



GETREIDE 


LIKÖR 

40 VOL% 

KONSUM KORNBRANDU-LIKÖRFABRIK 


Waren-Nf. / \ Inh. 0,35 lU. 

68544500 68/183/»« OM5.75 


GEBRÜNDETANNO 1748 


MARKE MELDE ♦ MARKE MELDE 










REITER-LIKOR 40 % 


zeidinet sidi durch seinen kräftigen, würzigen Kräuter- 
diarakter aus. Wegen seiner rassigen, feurigen Art und 
seines besonderen Charakters wird er als Herrenlikör 
sehr bevorzugt. 


28 



MÄRKE MELDE ♦ MÄRKE MELDE 



EIN MELDE ERZEUGNIS 


GEGRÜNDETÄNNO 1748 


REITER-LIKÖR 

40 VOL% 

KONSUM K QBNBRAND-U-llK ÖRFABRIK 

[TODel 

COTTBUS 

Waron«Nf. tnh.0.35U' 

eeS4 4500 P^e^s OM 5.20 

68/183^3002 


tnh.0.35U' 
P^e^s OM 5.20 


29 


^MÄRKE MELDE 






HALB UND HALB 


ist seit alters her einer der bekanntesten und weit¬ 
verbreitetsten Kräuterliköre. Seinen Charakter ver¬ 
dankt er im wesentlidien den Auszügen aus Citrus- 
früditen und Bitterkräutern. Wegen seiner Aus¬ 
geglichenheit und feinen, nidit aufdringlichen Art 
findet er als halbbitterer Kräuterlikör überall An¬ 
klang. 


30 



MÄRKE MELDE ♦ MÄRKE MELDE 



HALB 
UND HALB 

40V0L% 

'KONSUM KQRN3RAND-U-LIKÖRFABR1K 

wdfi 

L COTTBU S ; 

Waren-Nr. /\ 

68544500 ' 

• 68-'183/3002 

_ _ 

GEGRÜNDET ANNO 1748 


Inh. 0.35 Ltr. 
Preis DM 520 


vitspi 


MARKE MELDE 






JOHANNISBEERE 


Hier ist der ausgesuchte Fruditmultersaft der sdiwar- 
zen Johannisbeere der Aromaträger, welcher diesem 
Likör die fruchtige, herbe Note verleiht. Durdi die 
Zugabe von Weindestillat sowie naturreinen Typagcn 
wird der gute, abgerundete Gesamteindrude erzielt 
und ist dieser Likör von unseren Damen sehr bevor¬ 
zugt. 




32 



MARKE MELDE ♦ MARKE MELDE 



MARKE MELDE * MARKE MELDE 








STONSDORFER BITTER 


ist ein angenehm würziger Kräuterlikör, welcher unter 
Verwendung von Blauheeren seinen besonderen 
Charakter erhält und ebenfalls sehr beliebt ist. 


34 



MÄRKE MELDE ★ MÄRKE MELDE 



Inh. 0,35 Ltr. 
Preis DM4.80 


Waren*Nr 

48544300 


68/183/3002 


V/iSRi 


GEBRÜNDETANND 1748 


C CTT 9 U 5 


MÄRKE MELDE ★ MÄRKE MELDE 








KIRSCH-LIKÖR 


Ist ein FruditsaftHkör, welcher sein feines, fruchtiges 
Kirsch^Äroma durch Verarbeitung von ausgesucjttcn 
Kirschmuttersäften erhält und in Verbraucherkreisen 
wegen seiner besonderen Art bevorzugt wird. 


36 



■Mit irr > X .\f»^ 



37 


•♦«*•» *Är^«Ä«w i«»* «y3rv9»4/^«ri4«iia*v» • ir » j^. *w 



KROATZBEERE 


Dieser Fruditsaft-Likör wird wegen seines vollmun¬ 
digen Brombeer-Charakters, welcher auf die Ver¬ 
arbeitung hochwertiger Brombeermuttersafte zuriiek- 
zuführen ist, von der Verb^a^lcherschaft sehr begehrt. 


MARKE MELDE ♦ MARKE MELDE 



EIN MELDE ERZEUGNIS 


FRUCHTSAFT-llKOR 


35 VOL% 


Waren-Nr. 

GB544300 


68/183/3002 


GEGRÜNDET ANNO 1748 


MARKE MELDE ♦ MARKE MELDE 















ZITRONE 


ist ein Destillatiikör, weldier unter Verarbeituug 
frischer Zitronen in unserem Betrieb hergestellt wird. 
Durch seine Reinheit und Feinheit und durch seine 
natürliche Frische gehört er zu den Spitzenerzeug* 
nisseti dieser Art und wird besonders von der Damen* 
weit sehr geschätzt. 


40 



MARKE MELDE ★ MARKE MELDE 



FRUCHTAROMA-LIKOR 


|nh,;j.3&Llr 

Preri 


GE&RÜNDETANNO 1748 


MARKE MELDE ♦ MARKE MELDE 









PFEFFERMINZ 


ist einer der ältesten Liköre und wird in Kunden* 
kreisen sehr geschätzt« Zu seiner Herstellung gelangen 
feinste Destillate sowie Mitchaem-Öle zur Verar¬ 
beitung. 



42 



MARKE MELDE » MÄRKE MELDE 



EIN MELDE ERZEUGNIS 


LIKÖR 

32 VOL96 

konsum-kornbrand-ulikOreabrik 


Waren-Nf. / \ 
68544200 S8imjx02 


Inh.O.SSlIr 


GEGRÖNDETANNO 1748 


m/^/w 


43 


MÄRKE MELDE ♦ MARKE MELDE 










DER MELDER, 

DER BITTERLIKÖR 40 % 

Dieser diinin- und eisenhaltige Bitterlikör ist ein 
Erzeugnis besonderer Art. Bei seiner Zusammen¬ 
setzung vrerden ii. a. Chinarinde« Pomeranzenschalen, 
Eiizianwurzeln. Ingwerwurzel. Calgantwurzelii. Nel¬ 
ken, chinesischer Zimt verarbeitet. 

Bei vorliegendem Produkt handelt es sich um ein 
wirksames Hausmittel besonders zur Unterdrückung 
beginnender fieberhafter Erkrankungen. ..Der Mcl- 
der'“^ ist ebenfalls bei Verdaaungsstörungen oder 
Appetitlosigkeit sehr zu empfehlen. 


44 




45 






















NOTIZEN